Celia Okoyino da Mbabi : Auf Prinz’ Spuren

Nationalstürmerin Celia Okoyino da Mbabi entwickelt sich bei der Europameisterschaft in Schweden zur Schlüsselspielerin der deutschen Mannschaft, die heute Abend (18 Uhr/live in der ARD) gegen Norwegen um den Gruppensieg kämpft.

Gregor Derichs
Die Antreiberin. Okoyino da Mbabi wird wichtiger für das deutsche Team.
Die Antreiberin. Okoyino da Mbabi wird wichtiger für das deutsche Team.Foto: dpa

Die Freude überwältigte Celia Okoyino da Mbabi, als sie nach dem Spiel gegen Island (3:0) strahlend die schwere Plakette in der Größe eines Firmenschilds für die beste Spielerin des Abends entgegen nahm. Dann begann sie zu reden, dass selbst die ebenso wortgewandete Bundestrainerin ins Staunen kam. „Celia hat das wunderbar gemacht, da gibt es nichts mehr hinzuzufügen“, sagte Silvia Neid lachend. Der freundliche Wortschwall ihrer Topstürmerin nach dem 3:0 gegen Island war nicht nur eine sehr umfangreiche, sondern auch eine fachlich perfekte Analyse.

„Celia ist unheimlich wichtig für uns, selbst wenn sie mal nicht trifft. Sie reißt alle mit, sie ist einfach ein toller Typ", sagte Neid. Celia Okoyino da Mbabi hatte sich schon als 18-Jährige in den Fokus der Bundestrainerin gespielt hatte, war jedoch aufgrund von Verletzungen und Krankheiten des Öfteren zurückgeworfen worden. Nun aber ist sie so wichtig wie nie zuvor. Da Mbabi ist bei der deutschen Frauen-Nationalmannschaft, die am Mittwoch (18 Uhr/live in der ARD) bei der Fußball-EM in Kalmar gegen Norwegen um den ersten Platz in der Gruppe B kämpft, die Schlüsselspielerin der Bundestrainerin. Im Viertelfinale sind die Deutschen bereits: Nach dem 1:1 zwischen Dänemark und Finnland in der Gruppe A steht fest, dass die Deutschen weiter sind, weil sie mit vier Punkten mindestens zu den zwei besten Gruppendritten gehören.

Da Mbabi hat die Nachfolge der zurückgetretenen Weltklasse-Torjägerinnen Birgit Prinz und Inka Grings angetreten. Prinz’ Statistik ist mit 128 Toren in 214 Länderspielen schlicht und einfach sagenhaft. Grings (64 Tore in 96 Spielen) war Torschützenkönigin bei den beiden letzten deutschen EM-Triumphen 2005 in England und 2009 in Finnland.

Seitdem die beiden nicht mehr der Mannschaft angehören, spielt da Mbabi befreiter auf. Die frühere Defensivspielerin ist noch weiter nach vorne gerückt, sie steht nun im Sturmzentrum. Mit zwei Toren gegen Island schraubte die 25-Jährige ihre Quote auf 43 Treffer in 81 Länderspielen. So soll es weitergehen, aber vor dem Namen Prinz hat sie einen ähnlich großen Respekt wie Miroslav Klose vor dem Namen Gerd Müller. „Birgit ist einzigartig, mit ihr kann ich mich nicht vergleichen“, sagt da Mbabi.

„Wir wollen als Gruppensieger ins Viertelfinale, und zwar durch einen Sieg“, erklärte sie. Mbabi hat schon jetzt viel dazu beigetragen, dass das DFB-Team so weit gekommen ist: 19 Tore erzielte sie in der Qualifikation und in den ersten beiden EM-Gruppenspielen. Nach einer schwierigen Saison beim mittlerweile insolventen Bundesligisten SC Bad Neuenahr blüht die Neu-Frankfurterin im Nationalteam gerade wieder richtig auf.

Gefragt ist sie auch als Integrationsbotschafterin des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der gerne auf ihre Herkunft verweist. Die Eltern der in Bonn aufgewachsenen Fußballerin, die früher auch Tennis auf hohem Niveau spielte, mussten die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen, damit ihre Tochter schon als Jugendliche für den DFB spielen konnte. Während ihre Mutter den französischen Pass behielt, musste ihr Vater seinen kamerunischen Pass abgeben. „Er hat es nur gemacht, damit ich für Deutschland spielen kann und glücklich bin“, erklärte da Mbabi.

Nach dem Umzug ins südschwedische Kalmar könnte die deutsche Elf nach einem Sieg gegen Norwegen als Gruppenerster auch das Viertelfinale dort bestreiten. Bundestrainerin Neid muss aus ihrer Stammelf die Potsdamerin Jennifer Cramer nach der zweiten Gelben Karte ersetzen. Wahrscheinlich ist zudem ein Wechsel der starken Leonie Maier von der linken auf die rechte Abwehrseite. Die Position da Mbabis dürfte hingegen schon länger feststehen.

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