Sport : Center im Mittelpunkt

Adam Chubb hat Anlaufschwierigkeiten bei Alba

Lars Spannagel

Berlin - Eigentlich hätte Adam Chubb noch ein bisschen Zeit gehabt sich einzugewöhnen. Alba Berlin verpflichtete den US-Amerikaner in der Sommerpause als zweiten Center hinter Kapitän Patrick Femerling, Chubb sollte unterstützen, nicht führen. Doch durch die Verletzung des deutschen Rekordnationalspielers steht Chubb nun stärker als geplant in der Verantwortung. Auch im Heimspiel in der Basketball-Bundesliga gegen die Eisbären Bremerhaven am Sonntag (17 Uhr) wird er wieder von Beginn an auf dem Feld stehen. „Das ist schon okay, ich fühle keinen besonderen Druck“, sagt Chubb. Aber zufrieden ist der 27-Jährige mit seinem Start beim Meister auch nicht.

Das hängt nicht nur mit seiner eigenen Leistung zusammen – sein Punkteschnitt fiel im Vergleich zum Vorjahr in Quakenbrück um fast sechs Punkte auf 7,6 – sondern auch mit Albas deutlichen Schwächen im Rebound. Und wenn es beim Rebound nicht stimmt, geraten nun mal zunächst die Center in die Kritik. „Rebounds sind Konzentrationssache“, sagt Chubb. „Wir verteidigen oft stark. Und wenn der Gegner dann wirft, entspannen wir uns ein bisschen und denken: Jetzt haben wir unseren Job erfüllt.“ Nach Femerlings Verletzung ist Chubb der einzige gelernte Center im Alba-Kader. Aber manchmal wirkt er übermotiviert, mehrmals musste ihn Albas Trainer Luka Pavicevic wegen unnötiger Fouls aus dem Spiel nehmen. Geschäftsführer Marco Baldi hat dafür Verständnis: „Die Umstellung von Quakenbrück ist nicht leicht.“ Alba habe eine gewisse Strahlkraft, bis man sich eingewöhnt habe, könne „ Zeit ins Land gehen“.

Doch viel Zeit bleiben Chubb und Alba nicht: Am Donnerstag startet die Europaliga, am vergangenen Mittwoch verloren die Berliner in der Bundesliga gegen Ludwigsburg. Am Freitag präsentierte Alba den Slowenen Dragisa Drobnjak als neuen Center, der ab sofort spielberechtigt ist. Die Verpflichtung soll kein Zeichen des Misstrauens gegenüber Chubb sein – und auch keine Kurzschlussreaktion nach der ersten Saisonniederlage. „Der Beschluss ist schon vor einer Woche gefallen, als wir entschieden haben, dass Patrick Femerling noch Zeit braucht“, sagt Pavicevic. „Wir dürfen nicht riskieren, dass er zu früh zurückkommt und dann im Lauf der Saison noch einmal ausfällt.“ Momentan arbeitet Femerling an seiner Grundfitness und macht viel Krafttraining, um so schnell wie möglich wieder mit dem Team trainieren zu können.

Ob Julius Jenkins gegen Bremerhaven mitwirken kann, entscheidet sich wegen einer Knieverletzung erst kurzfristig am Vormittag. Gegen den Tabellendreizehnten, der zuletzt dreimal hintereinander verloren hat, will Alba nicht nur siegen, sondern sich auch Selbstvertrauen für die Europaliga holen um die jüngste Niederlage vergessen zu machen. „Wir haben gegen Ludwigsburg viel richtig gemacht“, sagt Pavicevic. „Aber der Gegner hatte in den entscheidenden Situationen den größeren Willen.“ Das soll auch Adam Chubb am Sonntag ändern: Mangelnde Motivation kann ihm bei Alba bislang niemand vorwerfen.

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