Champion des Jahres : Die Besten sind gerade gut genug

Für Britta Steffen und Arthur Abraham dürfte es diesmal schwer werden. Weil Berlins Stars in diesem Jahr schwächelten, könnten sich bei der Sportlerwahl diesmal die Außenseiter durchsetzen.

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Boxer Arthur Abraham (r.) und Schwimmerin Britta Steffen (2.v.r.) sind die Champions des vorigen Jahres.
Boxer Arthur Abraham (r.) und Schwimmerin Britta Steffen (2.v.r.) sind die Champions des vorigen Jahres.Foto: Baganz

Es dürfte spannend werden. Denn vieles spricht dafür, dass die Seriensieger der vergangenen Jahre abgelöst werden. Zuletzt waren Schwimmstar Britta Steffen und Boxer Arthur Abraham drei Jahre in Folge zu Berlins Sportlern des Jahres gewählt worden. Und auch die Eishockeymannschaft der Eisbären verteidigte im Vorjahr ihren Titel. Nun werden die Berliner wieder zur Wahl gebeten: Ab heute kann bis zum 28. November wieder abgestimmt werden über die Berliner Sportler des Jahres, die beste Mannschaft sowie den besten Trainer beziehungsweise Manager. Erstmals wird dabei auf den klassischen Coupon zum Ausschneiden verzichtet und die Abstimmung online durchgeführt. Erstmals kann direkt auf der Homepage des Tagesspiegels abgestimmt werden – unter www.tagesspiegel.de/sportlerwahl. Zu gewinnen gibt es attraktive Preise bis hin zu einem VW Polo.

Für Britta Steffen und Arthur Abraham dürfte es diesmal schwer werden, erneut zum Champion des Jahres gekürt zu werden. Steffen hat aufgrund von Krankheiten und Verletzungen kaum Wettkämpfe bestritten und schwamm bei ihrem Welt-Cup-Comeback vor einer Woche in Berlin nur auf den vierten Platz. Abraham stand 2010 überhaupt nur einmal im Boxring, und verlor. Am 27. März kämpfte Abraham in Detroit gegen André Dirrell und wurde in der elften Runde wegen eines Fouls disqualifiziert. Auch ein Erfolg in seinem nächsten Kampf in Helsinki gegen den Engländer Carl Froch wird das Ergebnis der Sportlerwahl kaum positiv in seine Richtung beeinflussen können: Abraham boxt erst am 27. November erneut, einen Tag vor Ende der Abstimmung.

Unter Berliner Sportjournalisten, die wieder die Auswahl der nominierten Sportler zusammenstellten, war sogar diskutiert worden, Steffen und Abraham aufgrund der mangelnden sportlichen Erfolge gar nicht zur Abstimmung zu stellen. Aufgrund ihrer Popularität in der Stadt haben es die beiden letztlich doch auf die Liste geschafft – genauso wie Hertha BSC nach der desaströsen Abstiegssaison.

Auch für den EHC Eisbären könnte es in diesem Jahr schwer werden. Nach einer überragenden Hauptsaison mit Punkterekord scheiterten die Eishockeyprofis zuletzt überraschend im Viertelfinale der Play-offs. Der fest eingeplante fünfte Titel in sechs Jahren wurde leichtfertig verspielt. Obwohl die Eisbären in der Publikumsgunst nach wie vor vorn liegen – es kommen regelmäßig 14 000 Zuschauer in die Großarena am Ostbahnhof – scheinen auch in diesem Jahr andere Mannschaften größere Chancen zu haben. Etwa die Handballer der Füchse, die zuletzt 2007 zur Mannschaft des Jahres gekürt wurden und mit starken Leistungen für gute Laune in der Stadt sorgen. Auch in der Kategorie Trainer/Manager scheint die Wahl völlig offen.

Vielleicht gibt es ja wieder eine Überraschung. Wie im Vorjahr, als die Golferin Lara Katzy vom G&LC Berlin-Wannsee hinter Britta Steffen und Eisschnellläuferin Jenny Wolf sogar Dritte wurde. Damals waren gut 20 000 Stimmen abgegeben worden, so viele wie nie zuvor. Mit der neuen Onlineoffensive sollen es jetzt noch mehr werden.
Und wer auch immer sich am Ende durchsetzen wird, gewonnen hat der Berliner Sport ohnehin schon. Bis Anfang November haben bisher 35 Berliner 48 Mal Gold, Silber und Bronze bei Welt- und Europameisterschaften sowie den Olympischen Winterspielen in Vancouver geholt.

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