Champions League : Abschied der Alten

Der Titelträger ist raus aus der Champions League. Claus Vetter über das Ende einer großen Mannschaft beim AC Mailand.

Claus Vetter
Milan
Kaka ist einer der wenigen jungen Spieler im Team. -Foto: AFP

Es war 1995 im Finale der Champions League. Da wurde in Wien eine große Mannschaft verabschiedet: der AC Mailand. Gegen Ajax Amsterdam, mit jungen Spielern wie Patrick Kluivert oder Clarence Seedorf, verloren die in die Jahre gekommenen Stars um Roberto Donadoni 0:1. In dieser Nacht ging eine Ära zu Ende, in der Milan eine dominante Rolle in Europa innehatte, die nur mit der von Real Madrid in den fünfziger Jahren vergleichbar war.

Ein paar Jahre nach dem Spiel von Wien kam Milan nach einem personellen Umbruch zurück und prägte die Champions League erneut – bis zum Dienstag. Gegen den jungen FC Arsenal scheiterte der chancenlose Titelverteidiger – mit einer in die Jahre gekommenen Mannschaft, so wie 1995. Hat sich die Geschichte wiederholt? Und, viel wichtiger für den AC Mailand, gibt es bald die nächste Auferstehung? Nein.

Es sieht nicht so aus, also würde sich der AC Mailand so schnell zurückmelden auf der großen internationalen Bühne. Denn dort haben sich in den jüngsten Jahren Vereine an Milan vorbeientwickelt. So arbeiten die Spitzenklubs in der Premier League anders, jeder auf seine Art gründlicher: Beim FC Chelsea schmeißt Roman Abramowitsch mit Geld um sich, dagegen ist Mailands Mäzen Silvio Berlusconi ein Geizkragen. Und ein derart fortschrittliches Jugendprogramm wie der FC Arsenal und sein Trainer Arsène Wenger haben sie in Mailand auch nicht.

Paolo Maldini wird im Sommer seine Karriere beenden, er ist dann 40. Hinter Stars wie Kakà kommt wenig Zukunft, da reichte beim Spiel gegen Arsenal schon ein Blick auf die Tribüne: Dort schaute Clarence Seedorf verletzt zu. Jener Seedorf, der einst 1995 den AC Mailand im Finale überrascht hatte. Doch jetzt ist Seedorf nicht mehr 19 Jahre wie damals, er hat mit fast 32 seine große Zeit schon hinter sich. Er ist angestellt beim AC Mailand.

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