Sport : Champions League: Arsenal der Stars

Als der 17-jährige Moritz Volz zum ersten Mal die Kantine des FC Arsenal in London betrat, traute er seinen Augen nicht. Gemütlich saßen Stars wie Tony Adams, David Seaman, Nwankwo Kanu oder Dennis Bergkamp beieinander und genossen ihr Mittagessen. Der ehemalige Schalker Jugendspieler setzte sich dazu und war sofort integriert. "Hier geht es zu wie in einer großen Familie", sagte Volz.

Familienoberhaupt ist ein Franzose: Trainer Arsène Wenger soll den Verein mit der großen Tradition und Spielern aus zwölf Nationen auf den Thron in der Champions League führen. Heute (20.45 Uhr/live bei Premiere World) muss der FC Arsenal dazu erst einmal die Hürde Bayern München im zweiten Spiel der Zwischenrunde nehmen. Kapitän Tony Adams ist trotz des 1:4 zum Auftakt bei Spartak Moskau überzeugt: "Ich glaube wirklich, dass wir die Champions League gewinnen können."

International wartet der im Oktober 1886 gegründete Klub noch auf den großen Durchbruch. 1994 gewann Arsenal London zwar den Europapokal der Pokalsieger, doch in der Champions League war bei den zwei Auftritten jeweils in der Vorrunde Endstation. Dabei sind die Gunners, die Kanoniere, das Siegen gewohnt: Elf Meistertitel und sieben Pokalsiege feierte Arsenal, schaffte dabei 1971 und 1998 sogar das Double.

In England gilt das Team von Wenger hinter Manchester United als Nummer zwei. Auch derzeit liegt Arsenal nach dem 1:0-Sieg am Wochenende gegen den FC Southampton hinter Manchester wieder auf dem zweiten Tabellenplatz, allerdings trennen beide Klubs schon acht Punkte. Für die Kanoniere kein Problem: Auch in den vergangenen Jahren kämpften sie sich nach jeweils beeindruckenden Aufholjagden wieder heran. "Es wäre eine Schande, wenn ManU jedes Mal gewinnt. Wir geben den Titelkampf noch nicht auf", sagt Wenger.

Das Potenzial ist vorhanden im Arsenal der Stars. Wahlweise stürmen Frankreichs Weltmeister Thierry Henry, Nigerias Olympiasieger Nwankwo Kanu, der Niederländer Dennis Bergkamp oder der 34 Millionen Mark teure Franzose Sylvain Wiltord. Zudem stehen Spieler aus der Ukraine, Kamerun, Schweden und Argentinien im Kader. Sechs Franzosen tragen das Trikot mit der Kanone - und ein Deutscher. Stefan Malz, 1999 vom TSV 1860 nach London gewechselt, schoss in der vergangenen Saison in elf Spielen zwei Tore. In dieser Saison durfte er noch nicht ran. Auch bei der Partie gegen die Bayern wird Malz nur auf der Tribüne des Stadions an der Highbury Road sitzen.

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