Champions-League-Aus : Der BVB ist wieder zu Hause

Borussia Dortmunds Reise durch Europa endet denkbar früh - jetzt muss der Meister sich auf die Liga konzentrieren.

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Abflug aus Europa. Lukasz Piszczek spielt mit dem BVB nur noch national.
Abflug aus Europa. Lukasz Piszczek spielt mit dem BVB nur noch national.Foto: AFP

Dortmund - Meist ist es bei Borussia Dortmund so, dass die Südtribüne das beste Gespür für die Stimmung hat. Wie ein Seismograf nimmt sie die Schwingungen im schwarz-gelben Lager auf. Vor dem entscheidenden Champions-League-Spiel gegen Olympique Marseille hatte Jürgen Klopp verkündet, er erwarte eine Atmosphäre, „über die auch in Marseille noch eine Weile gesprochen wird“. Da irrte der Trainer. Die Stimmung war schon vor dem Anpfiff merkwürdig gedämpft. Als ahnten die Fans, dass der Abschied aus der Königsklasse unvermeidlich sein würde. Und so kam es dann auch. Marseille gewann im ausverkauften Dortmunder Stadion nach 0:2-Rückstand 3:2 und zog in letzter Minute doch noch in die K.o.- Phase des Wettbewerbs ein.

Dagegen ist die Reise des Deutschen Meisters frühzeitig beendet, nicht einmal in der Europa League dürfen die Dortmunder überwintern. Dass sie so krachend gescheitert sind, ist nicht in erster Linie der Klasse ihrer Gegner geschuldet. „Wir haben viel, viel Lehrgeld bezahlt“, sagte Sportdirektor Michael Zorc. Jürgen Klopp ergänzte, der Auftritt gegen Marseille sei „wie ein Spiegelbild unserer Champions-League-Saison gewesen“.

Seine Mannschaft zeigte gegen die Franzosen zwar den gleichen Elan und die gleiche Leidenschaft, mit der sie in den letzten eineinhalb Jahren so oft begeistert hat. Doch ebenso auch die immer wiederkehrenden Fehler, mit denen sich der Deutsche Meister im Europapokal regelmäßig um den Lohn seiner Arbeit brachte. „Solche Fehler machen wir in der Bundesliga nicht“, sagte Kevin Großkreutz. „Wir haben leider viele Leute enttäuscht.“

Am Ende ermöglichten die Dortmunder ihrem Kontrahenten sogar noch die wundersame Wiederauferstehung. Und während die Franzosen in der Champions League weiterspielen, muss der BVB sich mit dem Tagwerk in der Bundesliga begnügen. Das muss nichts Schlimmes bedeuten, vergangene Saison stürmte die Mannschaft nach dem frühen Aus in der Europa League zum Titel. Ähnliches schwebt Klopp nun wieder vor. „Wir haben es bislang immer geschafft, die Wettbewerbe zu trennen“, sagte er. „Das werden wir auch dieses Mal tun.“Felix Meininghaus

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