Champions-League-Aus : Schmerzvolle Einschnitte in Bremen

In zwei Spielen gegen Famagusta, gelang Werder kein Sieg. Selbst das Weiterspielen im Uefa-Cup ist in Gefahr, Bremen könnte im Mittelmaß versinken. Das hätte auch finanzielle Folgen.

Frank Hellmann[Bremen]
Anorthosis Famagusta - Werder Bremen Foto: dpa
Werder bleibt hängen. Hugo Almeida scheitert an Famagustas Torwwart, Bremen scheidet aus.Foto: dpa

Vielleicht musste es so kommen. In einem putzigen, ja provinziellen Stadion von Nikosia, bei einem heimatlosen zyprischen Novizen ist für Werder Bremen das Ende einer Ära besiegelt worden. Das 2:2 (0:0) bei Anorthosis Famagusta, verbunden mit dem Aus in der Champions League, sei eine „riesengroße Enttäuschung“, wie Werders Trainer Thomas Schaaf ausführte.

Dreimal in Folge ist der ambitionierte Bundesligist nun am avisierten Achtelfinaleinzug gescheitert, das erste Mal ist auch der dritte Tabellenplatz und damit das Weiterspielen im Uefa-Cup in großer Gefahr, wenn am 9. Dezember im Weserstadion nicht gegen Inter Mailand gewonnen wird. „Wer in zwei Spielen keinen Sieg gegen Famagusta einfahren kann, der ist einfach nicht gut genug“, konstatierte Sportchef Klaus Allofs. Trainer Schaaf kritisierte, die Seinen hätten erst am Schluss Mut und Glauben gezeigt.

Offiziell steht die Geschäftsführung hinter Trainer Schaaf

Bei der Ursachenforschung wird Schaafs Position offiziell nicht in Frage gestellt. Allofs sieht sich und den Rest der Geschäftsführung vorbehaltlos hinter dem 47-Jährigen, der im Mai 2009 sein zehnjähriges Dienstjubiläum feiert. Wenn alles weiter dumm läuft, stehen die Grün-Weißen dann wieder da, wo alles begann: im grauen Mittelmaß. Was fatal wäre: Die Werder Bremen GmbH&Co KGaA existiert in ihrer aktuellen Ausprägung nur, weil man fünf fette Jahren von der Geldvermehrungsmaschinerie der Uefa profitiert hat. Beinahe manisch wies Allofs noch in der Nacht von Nikosia darauf hin, dass man bitteschön alles daran setzen solle, noch den dritten Gruppenplatz zu erreichen. Weil ja auch der Uefa-Cup ein netter Wettbewerb sei, „in dem wir Geld verdienen können“. Im Rekordetat von 112 Millionen Euro kündigen sich Einschnitte an, „ein Jahr können wir das auffangen, aber nicht dauerhaft“, sagte Allofs. Er gesteht  rückblickend selbst Fehler in der Personalpolitik ein. „Wir hatten vor der Saison den Eindruck, dass wir mit diesem Kader gut gerüstet sind. Da müssen wir mit Blick auf unsere finanzielle Situation vielleicht einiges neu bewerten.“ Also sei ein Wendepunkt erreicht. Vielleicht wägen auch Werder-Stars wie Diego oder Claudio Pizarro zum Saisonende erneut ab.

Schaaf und Allofs werden viel Arbeit haben kurzfristig (Samstag gegen Frankfurt nicht wieder zu schwächeln), mittelfristig (bis zur Winterpause in der Bundesliga aufzuholen) und langfristig (wieder in die Champions League zu kommen). Letzteres ist das erklärte Ziel der Bremer Baumeister. Doch Allofs schwant schon: „Das wird ein weiter Weg.“

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