Champions League : Bayern kämpfen um Gruppensieg

Mit gemischten Gefühlen tritt der FC Bayern München am Mittwoch in der Champions League bei Inter Mailand zum zweiten Gruppenspiel an. Die letzten sechs Spiele in Italien gingen für die Bayern alle verloren.

Mailand - Während Manager Uli Hoeneß angesichts der zuletzt dürftigen Leistungen des Rekordmeisters das italienische Starensemble von Roberto Mancini "eine Kategorie über uns" wähnt, hält Trainer Felix Magath einen Sieg im Guiseppe-Meazza-Stadion für durchaus realistisch. Nach dem 4:0-Auftakterfolg gegen Spartak Moskau käme ein dreifacher Punktgewinn im Mailänder Stadtteil San Siro wohl einer Vorentscheidung im Kampf um den Gruppensieg gleich. Der italienische Meister steht nach dem 0:1-Ausrutscher im ersten Gruppenspiel bei Sporting Lissabon bereits gehörig unter Zugzwang.

Allerdings ist die bayerische Statistik in Italien alles andere als berauschend. Die letzten sechs Auswärtsspiele gingen allesamt verloren. In der vergangenen Saison kassierte die Magath-Elf im Achtelfinale eine blamable 1:4-Pleite gegen Inters Lokalrivalen AC Milan. Der letzte Sieg liegt mittlerweile schon 18 Jahre zurück - und glückte ausgerechnet gegen Inter. Nach einer 0:2-Heimniederlage feierten die Bayern 1988 in der dritten Runde des Uefa-Pokals einen 3:1-Auswärtssieg und schafften aufgrund der Auswärtstorregelung den nicht mehr für möglich gehaltenen Sprung in die nächste Runde. Überraschenderweise war dies auch das bislang einzige Aufeinandertreffer beider Rivalen auf europäischer Bühne.

Inter ist zu Hause eine Macht

Die Gastgeber sind in der "europäischen Königsklasse" zu Hause eine Macht. Von den letzten zwölf Heimspielen wurden - inklusive Qualifikation - neun gewonnen, zwei endeten Remis. Die einzige Niederlage kassierte man im Frühjahr 2005 am Grünen Tisch. Nach schweren Ausschreitungen von Inter-Fans war das Viertelfinal-Rückspiel gegen den AC Mailand nach 75. Minuten abgebrochen worden. Die Partie wurde mit 3:0 für Milan gewertet. Zudem verurteilte die Uefa die "Nerazzurri", die Blau-Schwarzen, zu sechs "Geisterspielen" in der Champions League.

Bei der Generalprobe für das Bayern-Spiel zeigte der aktuelle Tabellenführer der Serie A am Sonntag beim 4:3-Sieg gegen Chievo Verona zwei Gesichter. Nach Toren von Hernan Crespo (11., 70.), Walter Samuel (58.) und Dejan Stankovic (64.) führte die Mancini-Truppe bereits schier unheilbar mit 4:0, ehe Chievo mit drei Toren in zwölf Minuten das Spiel fast noch gekippt hätte. Im defensiven Mittelfeld wurde dabei die ordnende Hand des gesperrten Neuzugangs Patrick Vieira schmerzlich vermisst. Der Franzose wird indes auch gegen die Bayern fehlen: Er sah in Lissabon die Gelb-Rote Karte.

Podolski wieder nur auf der Bank?

Auch bei den Gästen muss Trainer Magath in Owen Hargreaves (Wadenbeinbruch) seine etatmäßige Nummer sechs ersetzen. Beim 2:1-Sieg gegen Alemannia Aachen beorderte Magath das Münchner Eigengewächs Andreas Ottl in die defensive Schaltzentrale. Gut möglich, dass in Mailand der international erfahrenere Argentinier Martin Demichelis den Vorzug erhält. Auch im Angriffszentrum dürfte Magath auf den europacuperprobten Niederländer Roy Makaay zurückgreifen. Nationalstürmer Lukas Podolski droht erneut die Bank. (tso/ddp)

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