Champions League : Bayern München: Der alte Souverän

Ist der Knoten jetzt geplatzt? Im Achtelfinale der Champions League rehabilitieren sich die Bayern mit einem deutlichen Sieg bei Sporting Lissabon. Das Rückspiel dürfte nur noch Formsache sein.

Franck Ribery
Nicht zu stoppen. Franck Ribéry (r.) läuft vorbei an Anderson Polga auf dem Weg zu seinem Tor zum 0:1. -Foto: dpa

Berlin/Lissabon – Wenn Trainer Jürgen Klinsmann in den nächsten Tagen auf die Bundesliga angesprochen wird, könnte es passieren, dass er mit der Champions League antwortet. Im Gegensatz zur Bundesliga steht sein FC Bayern München in diesem Wettbewerb nämlich glänzend da. Nach dem 5:0 (1:0) bei Sporting Lissabon im Achtelfinalhinspiel der Champions League ist das Rückspiel am 10. März in München nur noch Formsache. Die Bilanz der Bayern in der Champions League bleibt in dieser Saison beeindruckend: fünf Siege, zwei Unentschieden.

In der Bundesliga aber hatte es zuletzt drei Niederlagen in vier Spielen gegeben, weshalb sich Trainer Klinsmann vermehrt kritischer Würdigungen ausgesetzt sah. Uli Hoeneß musste sich gestern vor dem Spiel mehrfach wiederholen. „Es gibt keinen Grund, an der Person Jürgen Klinsmann Zweifel zu haben“, sagte der Manager des FC Bayern. Das Bundesligaheimspiel gegen den 1. FC Köln (1:2) hat offenbar nicht den Anlass dazu geliefert. In der höchsten Klasse des Vereinsfußballs wäre das wohl anders. „Die Champions League ist das große Ziel in dieser Saison“, sagte Uli Hoeneß, „da wollen wir weiter kommen als in der Vergangenheit.“

Viertelfinalgegner Sporting Lissabon eignete sich für dieses ehrgeizige Vorhaben sehr gut, die Portugiesen haben noch nie in einem europäischen Wettbewerb einen deutschen Klub bezwingen können. Sporting Lissabon, das zum ersten Mal in der K.o-Phase der Champions League steht, begann zunächst allerdings leicht feldüberlegen. Nach zwölf Minuten musste Bayerns Außenverteidiger Philipp Lahm auf der eigenen Torlinie Marat Ismaylows Schuss per Kopf abwehren. Bayerns Torwart Michael Rensing war bereits bezwungen. Und als Joao Moutinhos Gewaltschuss den Strafraum kreuzte, hatte der Münchner Keeper Glück, dass weder Freund noch Feind den Ball ins Tor ablenkten.

Bei den Münchnern spielten Luca Toni und Lucio für Lukas Podolski und Daniel van Buyten, die gegen Köln aufgelaufen waren. Sie benötigten allerdings eine Viertelstunde, bevor sie erstmals aussichtsreich vor dem Tor der Gastgeber auftauchten. Franck Ribery nahm Miroslav Kloses Kopfballvorlage mit der Brust mit, doch beim Schuss rutschte ihm der Ball über den Spann. Der französische Mittelfeldspieler blieb der auffälligste Spieler der Münchner. Fast folgerichtig, dass er es war, der sich in der 42. Minute nach Derleis Fehlpass im Mittelfeld den Ball eroberte und ihn zwischen zwei Verteidigern hindurchspielte. Luca Toni stürmte ebenfalls heran, doch Ribery gab den Ball nicht mehr her und schoss ihn durch die Beine des herausstürzenden Torwarts Tiago ins Tor.

Die Führung durch ein Kontertor hätte den Bayern Sicherheit geben können. Doch tatsächlich wackelte die Münchner Abwehr zu Beginn der zweiten Halbzeit erstmals, als die Portugiesen mit Derlei und Abel gefährlicher vor dem Tor auftauchten. Sollte die Bayern-Verteidigung in alte Fehler verfallen?

Nein, im Gegenzug lenkte Luca Toni per Kopf eine Flanke zu Miroslav Klose, der den Ball mit dem Unterleib ins Tor beförderte. Der Angreifer stand zwar im Abseits, trotzdem ließ der Schiedsrichter den Treffer zum 2:0 zählen. Die Portugiesen wirkten konsterniert, die Münchner bekamen das Spiel nun endgültig in den Griff. Nach Fabio Rochembacks Foul an Philipp Lahm bekamen die Münchner einen Elfmeter zugesprochen. Franck Ribery verwandelte souverän zum 3:0. Und es war noch nicht vorüber für die bedauernswerten Portugiesen, die sich Pfiffe der 40 000 Zuschauer anhören mussten. Die Bayern stürmten weiter, Luca Toni erhöhte in der Schlussphase mit zwei Treffern noch auf 5:0. Tsp

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