Champions League : Bayern verdienter Klassenprimus

Mit einem 2:0-Sieg über Inter Mailand hat der FC Bayern auch sein zweites Spiel in der Champions League gewonnen und ist nun souveräner Tabellenführer. Pech hatten dagegen die spielerisch starken Bremer.

Mailand - Bundesligist FC Bayern hat seinen Italien-Fluch besiegt. Dem Team von Trainer Felix Magath gelang am Mittwochabend am 2. Spieltag der Champions League ein verdienter 2:0 (0:0)-Sieg bei Inter Mailand und damit der erste Erfolg seit 18 Jahren in Italien. Vor 75.000 Zuschauern im Giuseppe Meazza Stadion erzielten die Bayern-Stürmer Claudio Pizarro (81.) und der eingewechselte Lukas Podolski (90.+1) die späten Tore gegen schwache Mailänder, die sich durch zwei Platzverweise selbst schwächten. Nach dem Auftakterfolg gegen Spartak Moskau führen die Münchner damit die Tabelle in der Gruppe B souverän an.

Magath setzte weitgehend auf die Startelf vom mühsamen 2:1-Heimsieg gegen Alemannia Aachen am vergangenen Samstag. Lediglich Hasan Salihamidzic rückte für Roque Santa Cruz in die Mannschaft. Im Sturm erhielt erneut Roy Makaay den Vorzug vor Nationalspieler Podolski. Im defensiven Mittelfeld schenkte Magath erneut dem Münchner Eigengewächs Andreas Ottl das Vertrauen gegenüber dem international erfahreneren Martin Demichelis. Inter-Trainer Roberto Mancini konnte nahezu auf sein komplettes Starensemble zurückgreifen. Lediglich der Rot-gesperrte Patrick Vieira und die angeschlagenen Esteban Cambiasso und Samuel fehlten.

Inter ließ den Gästen zunächst überraschend viele Räume, was die Münchner zu einem forschen Spiel nach vorne veranlasste. Allerdings ergaben sich daraus keine echten Torchancen. Die erste Großchance der Partie hatten die bis dahin harmlosen Gastgeber mit einem Konter. Der schwedische Neuzugang Zlatan Ibrahimovic lief alleine aufs Bayern-Tor zu, zog gegen den gut postierten Oliver Kahn aber den Kürzeren (12.). Zehn Minuten später hatte dann Makaay die Führung auf dem Fuß. Von Ottl schön in Szene gesetzt, scheiterte der Niederländer mit seinem Schuss am Fuß von Inter-Keeper Julio Cesar (22.).

Bayern im Abschluss nicht abgebrüht genug

Doch die gute Gelegenheit konnte nicht darüber hinweg täuschen, dass die Magath-Elf zu wenig aus ihren Freiräumen machte. Zwar erreichte der deutsche Rekordmeister regelmäßig die gegnerische Strafraumgrenze, im Abschluss fehlten dann allerdings die zündenden Ideen. Die suchte jedoch auch Inter vergeblich, so dass sich in der ersten Hälfte eine eher mäßige Begegnung entwickelte. Eine Torchance für die Italiener ergab sich nur noch aus einer missratenen Kopfball-Rückgabe von Lucio, die Abwehrkollege Daniel van Buyten gegen Stürmer Ibrahimovic arg in Bedrängnis brachte (36.).

Nach dem Wiederanpfiff durch den englischen Schiedsrichter Steve Bennett änderte sich zunächst nur wenig. Die passiven Mailänder ließen den FC Bayern einmal mehr kommen, eine daraus resultierende Chance vergab der unglücklich agierende Pizarro recht dürftig (48.). Doch die Hausherren wollten es den Bayern scheinbar noch leichter machen: Nach einem erneuten Foul sah Ibrahimovic die Gelb-Rote Karte. Die Gäste nahmen das Geschenk aber nicht an, stattdessen kam Inter ausgerechnet in Unterzahl zu seiner bis dahin größten Möglichkeit. Nach einem Abpraller stand Hernan Crespo urplötzlich frei vorm Tor, seinen Schuss aus elf Metern wehrte aber Kahn mit einer glänzenden Parade ab (61.).

Pizarro erlöst die Bayern

Auch in der Folge verwirrte der Platzverweis die Bayern mehr als den Gegner. Anstatt die Situation zu ihren Gunsten auszunutzen, zog sich die Magath-Elf überraschend zurück und ermöglichte somit Mailand mehr Spielanteile. Wie so oft in der Vergangenheit sollte sich das Münchner Spiel erst durch die Einwechslung von Urgestein Mehmet Scholl verbessern (70.). Der 35-Jährige belebte sogleich die Offensive und leitete das 1:0 ein. Sein Zuspiel auf Makaay leitete der auf Pizarro weiter, der Peruaner drückte den Ball schließlich an Torwart Cesar vorbei ins Tor (81.).

Ihrer letzten theoretische Chance auf den Ausgleich beraubten sich die Mailänder dann selbst. Ein Frustfoul von Fabio Grosso an Willy Sagnol bescherrte ihm Rot (84.). Nur noch zu neunt hatte Inter nichts mehr entgegen zu setzen, der eingewechselte Podolski stellte letztlich den 2:0-Endstand her (90.+1). (tso/ddp)

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