Champions League : Bitteres Unentschieden für Bremen

Nach einem enttäuschenden 2:2 auf Zypern muss sich Werder Bremen vom Gedanken ans Achtelfinale der Königsklasse verabschieden. Während auch Michael Ballack mit dem FC Chelsea patzte, konnten einige Teams schon die vorzeitige Qualifikation feiern.

Nikosia/HamburgFür Werder Bremen ist das Kapitel Champions League bereits nach der Vorrunde beendet, doch Hugo Almeida hat dem deutschen Vize-Meister wenigstens die Chance auf den Uefa-Pokal erhalten. Mit seinem Tor in der 87. Minute sicherte der Portugiese den Hanseaten am Mittwoch in Nikosia das 2:2 (0:0) gegen Anorthosis Famagusta. Mit der vierten Punkteteilung im fünften Spiel vergab der Bundesliga-Neunte allerdings seine letzte Chance auf das Achtelfinale der Königsklasse. Vor 22.000 Zuschauern besiegelten Nikos Nikolaou (62.) und Savio (68.) den vorzeitigen K.o. der Bremer, für die Diego (72./Foulelfmeter) zum Anschlusstor traf. Im letzten Spiel der Gruppe B treffen die Bremer am 9. Dezember auf Inter Mailand. Fehlen wird dann Spielmacher Diego, der auf Zypern seine dritte Gelbe Karte im Wettbewerb sah.

"Wir müssen das Ding selbst in die Hand nehmen", lautete die Devise von Werder-Trainer Thomas Schaaf vor dem Spiel, in dem er seine Mannschaft "selbstbewusst und ballsicher" sehen wollte. Doch obwohl die Bremer schon sehr bald Tempo und Rhythmus der Partie diktierten, fehlten ihrem Spiel die zündenden Ideen, um die massierte Abwehr der Zyprer zu überwinden. Weder von Diego noch dem in der Bundesliga zur Zeit gesperrten Mesut Özil gingen entscheidende Impulse aus. So schwang sich der unermüdliche Antreiber Torsten Frings im Mittelfeld zum besten Spieler auf.

Die Elf der Namenlosen überraschte Werder erneut

Gegen die Elf der Namenlosen, die schon beim 0:0 an der Weser im September überrascht hatte, nahm Werder sofort das Heft in die Hand und versuchte aufs Tempo zu drücken. Ein 18 Meter-Schuss von Torsten Frings, den Ersatztorhüter Zoltan Nagy mit Mühe um den Pfosten lenkte (15.), blieb allerdings zunächst die ganze Ausbeute der Bremer Offensivbemühungen. Pech kam hinzu, als Hugo Almeida den Ball aus gut 25 Metern an die Latte jagte (28.). Trotz 63 Prozent Ballbesitz in der ersten Hälfte brachten weitere Angriffsversuche der Bremer zur Enttäuschung der rund 250 mitgereisten Fans nichts ein, weil der letzte Pass allzu oft nicht ankam.

Auf der anderen Seite konnte sich Werder gegen den überfallartig nach vorne spielenden Außenseiter nicht in Sicherheit wiegen, da Per Mertesacker und Naldo in der Innenverteidigung gelegentlich unkonzentriert wirkten. Als der Brasilianer den Ball vor dem eigenen Strafraum vertändelte, wusste Taher (27.) das Geschenk aber nicht zu nutzen. Wenig später verschätzte sich Ersatzkeeper Christian Vander, der den unter Adduktorenproblemen leidenden Stammtorhüter Tim Wiese vertrat, bei einer Flanke. Doch der überraschte Nikos Katsavakis (40.) köpfte über das Tor.

Die Dominanz der Hanseaten setzte sich im zweiten Durchgang fort, doch der dringend benötigte Torerfolg ließ auf sich warten. Die nächste Möglichkeit verpasste Claudio Pizarro (53.) nach Flanke von Frings. Neun Minuten später fühlte sich niemand in der Werder-Abwehr für Nikolaou zuständig, der einen Eckball aus der Luft aufnahm und an Vander vorbei in die lange Ecke jagte. Die Konfusion in der Hintermannschaft der Gäste nutzte Savio anschließend sogar zum 2:0. Doch Werder kam ins Spiel zurück. Nach Foul am eingewechselten Aaron Hunt verwandelte Diego den Strafstoß und gab seiner Mannschaft noch einmal Hoffnung. Als Hugo Almeida in der 87. einnetzte, warfen die Bremer noch einmal alles nach vorne. Die mangelnde Zielstrebigkeit verhagelte Werder die Champions League. So bleibt im Dezember nur noch die Chance auf die Teilnahme am Uefa-Cup.

Liverpool, Inter und Atlético Madrid weiter

DFB-Kapitän Michael Ballack hat mit dem FC Chelsea den vorzeitigen Einzug in das Achtelfinale der Champions League verpasst. Dagegen qualifizierten sich der Premier-League-Konkurrent FC Liverpool, Atlético Madrid und Italiens Meister Inter Mailand am Mittwochabend für die erste K.o.-Runde in der Fußball-Königsklasse. Der FC Barcelona und Sporting Lissabon standen schon zuvor als Achtelfinalisten fest.

Der englische Spitzenreiter Chelsea (8 Punkte) kam bei Girondins Bordeaux (7) nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus und verlor den Spitzenplatz in Gruppe A an den AS Rom (9). Nicolas Anelka hatte die Londoner in der 60. Minute in Führung gebracht, Alou Diarra (83.) gelang der Ausgleich für die Franzosen. Chelsea-Profi Frank Lampard sah vier Minuten vor Schluss Gelb-Rot wegen wiederholten Foulspiels.

Bordeaux rangiert mit 7 Zählern auf Platz drei vor CFR Cluj (4), das sich Rom mit 1:3 (1:2) geschlagen geben musste. Matteo Brighi (11./64.) und Francesco Totti (23.) erzielten die Treffer der Gäste, Yssouf Koné (30.) gelang der zwischenzeitliche Anschluss. Damit fällt die Entscheidung über den Einzug in die erste K.o.-Runde am 9. Dezember. Chelsea empfängt Cluj, Bordeaux reist nach Rom.

Atlético gewinnt "Geisterspiel" gegen Eindhoven

Das Star-Ensemble aus Barcelona machte am Mittwoch durch ein 5:2 (2:0) im Spitzenspiel bei Sporting Lissabon den Gruppensieg perfekt. Der französische Nationalstürmer Thierry Henry (14. Minute), Gerard Pique (18.), Lionel Messi (50.), Marco Caneira (67./Eigentor) und Bojan Krkic (73./Foulelfmeter) trafen für die Katalanen. Miguel Veloso (65.) und Liedson (66.) gelang nur Ergebniskosmetik.

Barcelonas Liga-Konkurrent Atlético Madrid entschied das "Geisterspiel" gegen PSV Eindhoven mit 2:1 (2:0) für sich. Simao (13.) und Maxi Rodriguez (28.) trafen für die Gastgeber, Danny Koevermans (47.) für die Gäste aus den Niederlanden. Wegen der Ausschreitungen beim Atlético-Heimspiel am 1. Oktober gegen Olympique Marseille (2:1) mussten die Spanier vor leeren Rängen spielen. Mit Madrid (11) zog in Gruppe D der FC Liverpool (11) in die Runde der letzten 16 ein. Ein Treffer von Nationalspieler Steven Gerrard (23.) reichte den "Reds" gegen Olympique Marseille.

Inter trotz Niederlage in Athen weiter

In Gruppe C sicherte sich der ukrainische Vertreter Schachtjor Donezk durch einen 5:0 (1:0)-Kantersieg gegen den Schweizer Meister FC Basel die Uefa-Cup-Teilnahme. Jadson (32./65./72.), Willian (50.) und Selesnow (75.) trafen für die Gastgeber. Inter Mailand schaffte trotz einer 0:1 (0:0)-Heimpleite gegen Panathinaikos Athen den Sprung in das Achtelfinale. Josu Sarriegi machte den Sieg der Griechen perfekt.

Tags zuvor hatten sich Juventus Turin, Real Madrid, FC Arsenal, der FC Porto, der FC Villarreal, Manchester United, der FC Bayern München und Olympique Lyon für das Achtelfinale qualifiziert. Die Partien werden am 24./25. Februar und 10./11. März ausgespielt; die Auslosung ist am 19. Dezember. (goe/dpa)

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