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Champions League : Borussia Dortmund verliert 0:1 bei Benfica Lissabon

Chancen über Chancen, ein Elfmeter, aber kein Tor: Borussia Dortmund verliert in der Champions League das Achtelfinal-Hinspiel in Portugal.

Tragische Figur. Pierre-Emerick Aubameyang (links) vergab die besten Chancen der Dortmunder.
Tragische Figur. Pierre-Emerick Aubameyang (links) vergab die besten Chancen der Dortmunder.Foto: dpa

Die Fans von Borussia Dortmund haben den Ruf, besonders reiselustig zu sein, vor allem wenn ihr Klub im Europapokal spielt. Am Dienstagabend, im Achtelfinal-Hinspiel der Dortmunder in der Champions League, blieben im Estadio da Luz allerdings erstaunlich viele Plätze leer. Viele Fans aus Deutschland standen beim Anpfiff noch vor den Toren. Offenbar waren für die peniblen Einlasskontrollen nicht genügend Ordner abgestellt worden, so dass sich die Angelegenheit immer mehr verzögerte und die Stimmung immer gereizter wurde. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit waren alle BVB-Anhänger im Blick – doch einige dürften sich nach der Pause vermutlich gewünscht haben, sie wären nie ins Stadion gekommen. Erst ging Benfica Lissabon in Führung, dann verschoss Pierre-Emerick Aubameyang einen Elfmeter, am Ende verlor Borussia Dortmund 0:1 (0:0) und muss um den Einzug ins Viertelfinale der Champions League bangen.

Dabei hatten die Dortmunder das Geschehen nach einem feurigen Beginn der Gastgeber recht schnell in den Griff bekommen. Defensiv wurden sie von Benfica bis zur Pause selten gefordert, offensiv wurden sie immer wieder mal gefährlich. "Wir waren so, so gut", sagte Trainer Thomas Tuchel bei Sky. Nach gut zehn Minuten hätte der BVB eigentlich zwingend in Führung gehen müssen. Ousmane Dembélé spielte einen perfekten Pass in die Schnittstelle der portugiesischen Abwehrkette auf Aubameyang, der Gabuner aber setzte den Ball aus knapp zwölf Metern unbedrängt über die Latte setzte. Es sollte nicht sein letzter Fehlschuss an diesem Abend bleiben.

Aubameyang wurde im weiteren Verlauf zur tragischen Figur der Dortmunder. Kurz vor der Pause verpasste er eine Hereingabe des portugiesischen Europameisters Raphael Guerreiro nur ganz knapp. Auch nach der Pause schien er vom Pech verfolgt. Freistehend vor Benficas Torhüter Ederson setzte er den Ball erneut über das Tor. Dramatisch schlecht war dann aber vor allem sein Handelfmeter fünf Minuten später. Aubameyang schoss ihn mit der ihm eigenen Lässigkeit halbhoch in die Mitte, Ederson hatte mit dem Ball keine Mühe. Kurz darauf wurde der Stürmer ausgewechselt, seinen Platz nach André Schürrle ein. "Ich hatte bei seiner Körpersprache nicht das Gefühl, dass er noch mal in der Lage ist zu treffen", sagte Tuchel. Eine Beschwerde gegen diese Entscheidung musste Dortmunds Trainer von Aubameyang nicht fürchten. Der machte eher den Eindruck, von einer Last befreit worden zu sein.

Kurz nach der Pause traf Mitroglou zum 1:0

Angesichts der klar besseren Chancen – Schiedsrichter Nicola Rizzoli hatte dem BVB nach einem Foul von Ederson an Dembélé vor der Pause einen weiteren Elfmeter versagt – war die Führung Benficas aus Dortmunder Sicht ein schlechter Witz. Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte staubte Mittelstürmer Kostas Mitroglou, der in der Jugend für den MSV Duisburg und Borussia Mönchengladbach gespielt hatte, nach einer Ecke zum 1:0 ab.

Die Dortmunder wehrten sich, anders als bei der 1:2-Niederlage am Wochenende gegen den Bundesligaletzten Darmstadt, mit Macht, an der Einstellung mangelte es Tuchels Team diesmal nicht. Bis zuletzt kämpften die Dortmunder wenigstens um den Ausgleich und das Auswärtstor, das ihre Ausgangslage vor dem Rückspiel in drei Wochen deutlich verbessert hätte. Aber wie so oft in den vergangenen Wochen nutzten die Dortmunder ihre Chancen nicht. "Das geht nur im Fußball: so gut zu spielen und trotzdem als Verlierer vom Platz zu gehen", sagte Tuchel. "Aber dafür gibt es ja ein Rückspiel." (Tsp)

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