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Champions League : Borussia Dortmund verliert 1:2 in Turin

Mit dem 1:2 bei Juventus nimmt Borussia Dortmund ein brauchbares Ergebnis aus Turin mit nach Hause. Der Bundesligist benötigte dafür am Ende aber auch ein wenig Glück.

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Für Borussia Dortmund lief bei Juventus Turin nicht so viel zusammen.
Für Borussia Dortmund lief bei Juventus Turin nicht so viel zusammen.Foto: AFP

Der Empfang war bombastisch: 41 182 Zuschauer im ausverkauften Juventus-Stadion, ungezählte schwarz-weiße Fahnen und die Vereinshymne, die in solch ohrenbetäubender Lautstärke dargeboten wurde, dass die Zuhörer um die Unversehrtheit ihrer Trommelfelle fürchten mussten. Eine solche Kulisse muss für die Gegner einfach furchteinflößend sein. Seit nunmehr 46 Spielen, seit dem 0:2 gegen Bayern München vor knapp zwei Jahren, ist Juventus daheim ungeschlagen. Die Serie hat auch gegen Borussia Dortmund gehalten. Der Tabellenführer der italienischen Serie A siegte 2:1 (2:1). Es war ein Spiel, in dem der BVB seine besten Szenen in der ersten Hälfte hatte und am Ende heilfroh sein durfte, die Niederlage in Grenzen zu halten. Die Dortmunder haben weiter alle Chancen, das Viertelfinale der Champions League zu erreichen.

"Für uns ist 2:1 ein Topergebnis, wenn sich Piszczek nicht schwerer verletzt hat, ist es ein Superabend gewesen", sagte Trainer Jürgen Klopp. Torwart Roman Weidenfeller meinte: "Die Partie war ziemlich ausgeglichen, jeder hatte seine Möglichkeiten, das spiegelt das Ergebnis wider."

Der BVB hatte sich auf dieses Spiel gefreut, Weidenfeller sprach vor der Partie davon, „endlich mal wieder einen Feiertag“ genießen zu können. Klopp ergänzte: „Ab Donnerstag sind wir wieder im Abstiegskampf der Bundesliga, aber gegen Juve wird man uns nicht ansehen, dass wir in der Liga Probleme haben.“ Klopp brachte sein Sorgenkind Henrich Mchitarjan für Shinji Kagawa in die Startformation, zudem durfte der Italiener Ciro Immobile in der Heimat als Sturmspitze ran. Die Dortmunder kamen gut in die Partie, sie übten auf ihren Gegner Druck aus, erspielten sich jedoch keine Chancen, weil dem Umschaltspiel die Präzision fehlte. Ein 25-Meter-Schuss von Nuri Sahin war in der Anfangsphase die einzige Möglichkeit, sie brachte Turins Torhüter Gianluigi Buffon nicht wirklich in Verlegenheit.

Alle Tore nach Abwehrfehlern

Klopp hatte vor dem Spiel davon gesprochen, wie unglaublich abgezockt Juventus mit niedrigem Rhythmus hohe Qualität auf den Platz bringen könne. Was er damit meinte, wurde nach 13 Minuten klar. Turin nutzte den ersten geplanten Angriff zur Führung, profitierte dabei aber auch von der gütigen Dortmunder Mithilfe: Sokratis war zu weit weg von seinem Gegenspieler und ließ Morata flanken, Weidenfeller parierte den Ball vor die Füße von Tevez, der aus kurzer Entfernung vollstreckte. "Für einen Torwart ist es unglaublich schwer, wenn der Ball so scharf nach innen gespielt wird", sagte Dortmunds Torwart nach dem Spiel.

Dortmund schüttelte sich und schlug nur fünf Minuten später zurück: Als Giorgio Chiellini ausrutschte, war Marco Reus zur Stelle, stahl den Ball und traf zum 1:1. Das Erfolgserlebnis gab den Gästen spürbar Auftrieb, fortan agierte nur noch Borussia Dortmund. Juventus kam von einer Verlegenheit in die nächste. Zu diesem Zeitpunkt war Dortmunds Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek allerdings bereits draußen. Der Pole musste nach einer heftigen Attacke von Paul Pogba verletzt vom Platz, für ihn kam Matthias Ginter. Noch härter traf es die Turiner, die nach einer guten halben Stunde ihren Chefstrategen Andrea Pirlo auswechseln musste.

Piszczek und Pirlo verletzt ausgewechselt

Mitten hinein die Drangperiode ereilte den BVB der nächste Rückschlag, dem wieder eine Fehlerkette vorausging, in die Gündogan, Sokratis und Hummels verwickelt waren. Morata bedankte sich und sorgte kurz vor der Halbzeit für die erneute Führung für Turin.

Zu Beginn der zweiten Hälfte musste Klopp erneut wechseln, mit Oliver Kirch, der Sokratis ersetzte, durfte sich bereits der dritte Dortmunder auf der rechten Abwehrseite probieren. Kirch und seine Mitstreiter mussten Schwerstarbeit verrichten, denn die Überlegenheit der Turiner wurden immer drückender, vor allem Tevez war für den BVB eine ständige Gefahr. Und als Pereyra kurz vor Schluss nur Zentimeter am Pfosten vorbeischoss, war viel Glück im Spiel. Befreiung gab es kaum noch, es ging nur noch darum, die Niederlage knapp zu halten, um beim Rückspiel noch eine Chance zu haben. Das gelang. Das 1:2 könnte eine Niederlage sein, die sich noch als Segen erweist.

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