Champions League : Borussia Dortmund verliert 1:3 in Monaco

Borussia Dortmund verliert in Monaco mit 1:3 und scheidet im CL-Viertelfinale aus. Auch das Rückspiel verlief nicht ohne Komplikationen und musste mit Verspätung angepfiffen werden.

Die Spieler von Borussia Dortmund mit Marco Reus (l) und Sokratis Papastathopoulos (r) verlassen nach dem Spiel das Stadion.
Die Spieler von Borussia Dortmund mit Marco Reus (l) und Sokratis Papastathopoulos (r) verlassen nach dem Spiel das Stadion.Foto: dpa

Die Spieler von Borussia Dortmund wollten gerade ihre Reise vom Hotel ins Stadion von Monaco antreten, da stoppte ein Tross von Polizisten das Unterfangen. Ohne Angabe von Gründen hielt die Polizei den Mannschaftsbus rund eine Viertelstunde lang fest. Erinnerungen an den letzten Dienstag kamen hoch, als die Spieler Ziel eines Anschlags wurden, dessen Hintergründe noch immer ungeklärt sind.

„Das war keine glückliche Situation. Wenn wir uns bis dahin wieder auf Fußball konzentrieren konnten, war das dadurch auch wieder vorbei“, sagte Dortmunds Trainer Thomas Tuchel. Laut Tuchel hätten die Polizisten nur gesagt, dass alles aus Sicherheitsgründen passiere. Das Spiel begann mit fünfminütiger Verzögerung, Tuchel hätte sich eine spätere Anstoßzeit gewünscht.

Das Viertelfinalrückspiel in der Champions League begann also unerfreulich aus Dortmunder Sicht und sollte nicht besser werden. Daran änderte auch nichts, dass die Gastgeber aus Solidarität vor Spielbeginn die Dortmunder Stadionhymne „You’ll never walk alone“ abspielten. Dortmunds Fußballer waren mental kaum in der Lage, die Geschehnisse hinter sich zu lassen. Es dauerte nur etwas mehr als zwei Minuten, da lag der BVB auch schon zurück. Einen Schuss von Außenverteidiger Benjamin Mendy konnte Dortmunds Torwart Roman Bürki nur in die Mitte abwehren, genau vor die Füße von Kylian Mbappé. Und der ist derzeit so treffsicher wie kaum ein Angreifer in Europa auf diesem Niveau.

Die Dortmunder Hoffnungen ruhten auf Marco Reus

Dortmund brauchte einige Zeit, um sich von dem frühen Rückstand zu erholen. Monaco bestimmte die Anfangsphase und hatte in den entscheidenden Momenten Glück. Ein Freistoß von Nuri Sahin klatsche an den Pfosten. Beinahe im Gegenzug erhöhte Radamel Falcao per Kopf auf 2:0. Auch bei diesem Tor sah Bürki nicht wirklich gut aus, der Ball schien durchaus haltbar, trotz der kurzen Entfernung.

„In der ersten Zeit hatten wir überhaupt keine Zuordnung in der Defensive, fast alle Flanken sind gefährlich vor das Tor gekommen“, sagte Marco Reus.

Nein, es war wahrlich nicht der Abend der Dortmunder. Trainer Tuchel korrigierte schon Mitte der ersten Halbzeit seine Aufstellung und brachte Ousmane Dembélé für Erik Durm. Offensiv wurde es danach besser, Dortmund erspielte sich deutliche Vorteile und kam einem Tor immer näher. Bei einer Kombination über Dembélé und Marco Reus kam Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang einen Schritt zu spät, ein Schuss von Raphael Guerreiro wurde im letzten Moment geblockt. Monaco kam kaum noch zu Entlastungsangriffen, aber der so wichtige Anschlusstreffer wollte den Dortmundern vor der Pause nicht gelingen.

Den BVB früh unter Druck zu setzen, zahlte sich aus

Das änderte sich unmittelbar nach Wiederanpfiff. Dembélé setzte sich über die Außenbahn durch, seine Hereingabe hämmerte Reus aus kurzer Distanz über die Linie. Jetzt benötigte Dortmund noch zwei Tore, um zumindest die Verlängerung zu erzwingen.

Die Hoffnungen ruhten auf Reus, der lange verletzt gefehlt hatte und von seinen Mitspielern ständig gesucht wurde. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr Räume boten sich Monaco zum Kontern. Und immer wieder war es Mbappé, dieses 18 Jahre alte Ausnahmetalent, der sich an den Dortmunder Verteidigern vorbei tanzte. Einen Schuss von Mbappé konnte Bürki mit einer spektakulären Parade abwehren. Da Monaco sich seiner Schwächen in der Defensive bewusst war, versuchten die Gastgeber gar nicht erst, sich zurückzuziehen und spielten weiter nach vorn.

Die Strategie, Dortmund weiter früh unter Druck zu setzen, zahlte sich in der Schlussphase aus. Im Aufbauspiel unterlief Lukasz Piszczek bei eigenem Ballbesitz ein grober Fehler, Monaco schaltete sofort um und der eingewechselte Valere Germain traf zum 3:1.

Damit war die Entscheidung gefallen, dass Dortmund den erneuten Halbfinaleinzug verpassen würde, war nun klar. Monaco steht dafür zum ersten Mal seit 2004 wieder unter den besten vier Mannschaften Europas. Vor dreizehn Jahren schaffte es der Klub sogar bis ins Finale.

„Wir waren nicht bereit, von der ersten Sekunde an“, sagte Dortmunds Torwart Bürki. Wer wollte es ihm und seinen Mitspielern verdenken? (Tsp)

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