Sport : Champions League: Calmund braucht eine Beruhigungspille

Ein Erfolg im Qualifikations-Rückspiel der Champions League heute (20.30 Uhr/ARD) gegen Roter Stern Belgrad ist für Bayer Leverkusen in dreifacher Hinsicht von höchster Bedeutung. Sportlich will der Bundesliga-Vierte nach der Krisensaison unbedingt die Königsklasse erreichen. Wirtschaftlich locken 30 bis 35 Millionen Mark, die nach dem 0:0 im Hinspiel nun im Falle eines Sieges nach und nach in die Kasse fließen würden. Und drittens will die Fußball-Abteilung dem durch den Skandal um das Medikament Lipobay schwer angeschlagenen Bayer-Konzern zu einem Imagegewinn verhelfen. "Für uns ist es wichtig, dass das Bayer-Werk wieder positiv dargestellt wird", meint Bayers Fußball-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.

Die Voraussetzungen dafür sind nach dem 3:3 im Bundesliga-Punktspiel beim FC Schalke 04 bestens. "Das Unentschieden hat Auf- und Rückenwind gegeben. Wir können mit großem Selbstbewusstsein in die Partie gehen", sagte Leverkusens Chefcoach Klaus Toppmöller, dessen von ihm moralisch aufgebaute Mannschaft mit dem 0:0 im Hinspiel eine exzellente Ausgangsposition geschaffen hat. Zudem hat er wohl die Qual der Wahl. Auch der Brasilianer Ze Roberto, der zuletzt wegen eines Jochbeinbruchs fehlte, ist gegen den 22-maligen Jugoslawischen Meister wohl wieder einsatzbereit.

Auf jeden Fall gehört Spielmacher Michael Ballack, der zwar nach der Schalke-Partie über Schmerzen an seinem gebrochenen kleinen Zeh klagte, zur Anfangsformation. "Die Mannschaft ist offensiv ausgerichtet, was soll man da überdenken", meinte Toppmöller, der auch weiterhin auf seine in der Bundesliga ungeschlagene Stammelf setzt. "Rotieren können wir, wenn wir die Champions League erreicht haben."

Für Bayer-Manager Reiner Calmund, der die Höhen und Tiefen des vergangenen Jahres besonders intensiv erlebte, ist das Spiel gegen Belgrad eine Nervensache. "Ich brauche sicherlich eine Beruhigungspille. Schließlich steht viel auf dem Spiel", sagte Calmund.

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