Champions League : Chelsea hofft auf ein blaues Wunder

Als erstem Titelverteidiger droht dem FC Chelsea bereits in der Gruppenphase der Champions League das Aus. Auch wenn den neuen Trainer Rafael Benitez daran keine Schuld trifft, ist er bei den Fans trotzdem schon unten durch.

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Blau, aber nicht blauäugig. Chelseas Interimstrainer Rafael Benitez (rechts, hier beim lautstarken Instruieren des Brasilianers Oscar) rechnet kaum noch mit einer Qualifikation seiner Mannschaft für die K.o-Runde der Champions League.
Blau, aber nicht blauäugig. Chelseas Interimstrainer Rafael Benitez (rechts, hier beim lautstarken Instruieren des Brasilianers...Foto: dpa

Diesen September veröffentlichte Rafael Benitez „Champions League Dreams”, ein Buch über die sechs Spielzeiten, die er mit dem FC Liverpool im Kreise der europäischen Granden verbracht hat. Ein sechstes Kapitel mit der Überschrift „Chelsea“ wird wohl kaum dazukommen. Es sieht eher so aus, als ob der Spanier gegen die Dänen von Nordsjaelland am Mittwochabend sein erstes und letztes Spiel im einstigen Landesmeisterwettbewerb mit den Londonern bestreitet.

Chelsea droht ein peinliches Novum. Noch nie ist seit der Einführung der Champions League ein Titelverteidiger in der Gruppenphase gescheitert. Die Blauen kommen nur ins Achtelfinale, falls sie Nordsjaelland schlagen und gleichzeitig Juventus Turin bei der bereits für die K.-o.-Runde qualifizierten Mannschaft von Schachtjor Donezk verliert. Auf Schützenhilfe von Mircea Lucescus Elf können die Briten nicht vertrauen. „Meine Spieler denken schon an die Ferien“, warnt Donezks rumänischer Trainer. Benitez glaubt wie das Gros der Spieler und der Vorstand nicht mehr wirklich an ein Wunder. „Ich denke, dass Donezk versuchen wird zu gewinnen“, sagte der 52-Jährige eher zweckoptimistisch.

An der prekären Lage im Europapokal trägt der Fußballlehrer keine Schuld. Er kam erst im November ins Amt, nachdem Vorgänger Roberto Di Matteo im Zuge der 0:3-Niederlage in Turin in Ungnade bei Besitzer Roman Abramowitsch gefallen war. Dennoch ist der Druck auf den offiziell bis Saisonende als Interimstrainer angestellten Benitez gewaltig: In den ersten drei Ligaspielen hat er zweimal 0:0 gespielt und einmal 1:3 verloren (am Samstag bei West Ham United). Weite Teilen des Chelsea-Anhangs lehnen sein Engagement ab, weil sie ihm herablassende Bemerkungen aus seiner Zeit auf der Liverpool-Bank vorwerfen. Mit zahlreichen „Rafa out“-Plakaten und trotzigen „Di Matteo“-Rufen wird auch heute an der Stamford Bridge zu rechnen sein.

Zuletzt skandierten die Fans zudem: „Wir wollen unser Chelsea zurück“; das konnte man als Kritik an Milliardär Abramowitsch verstehen, der seit seiner Übernahme im Sommer 2003 schon acht Trainer verschlissen hat.

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