Sport : Champions League: Das Trauma besiegt

Es sollte die große Revanche werden. Und zumindest für den ersten Teil ist sie dem FC Bayern München auch geglückt. Paulo Sergio hat den Deutschen Meister Bayern München neun Minuten nach seiner Einwechslung zu einem hochverdienten 1:0 (0:0)-Erfolg im Spiel bei Manchester United geschossen. Mit seinem dritten Treffer in der Champions League hat der Brasilianer in der 86. Minute den Münchnern damit 678 Tage nach dem Trauma von Barcelona eine hervorragende Ausgangsposition für den Einzug ins Halbfinale der Champions League beschert. Mit einem Sieg im Rückspiel am 18. April in München können sich die Bayern nun für die 1:2-Niederlage im Champions-League-Finale am 26. Mai 1999 in Barcelona rehabilitieren.

Die Münchner waren in Old Trafford über weite Strecken die bessere Mannschaft. Die Bayern-Abwehr stand sehr sicher und ließ nur wenige Chancen des Englischen Meisters zu, auf der Gegenseite hatten die Gäste sogar die besseren Möglichkeiten. In der 82. Minute war der ebenfalls von Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld eingewechselte Alexander Zickler noch an der Querlatte gescheitert. Das Rückspiel findet allerdings ohne die Münchner Hasan Salihamidzic und Bixente Lizarazu statt, die ebenso wie Manchesters Mittelfeldstar David Beckham nach Gelben Karten gesperrt sind.

Der Einzug ins Halbfinale würde von der Europäischen Fußball-Union Uefa mit einer Prämie von 6,25 Millionen Mark belohnt. Bislang haben die Münchner in der Champions League bereits rund 17 Millionen Mark verdient. Die erste gute Nachricht erhielt Trainer Ottmar Hitzfeld schon vor dem Anpfiff. Trotz einer schmerzhaften Kapselverletzung im Sprunggelenk konnte Jens Jeremies spielen, die Ärzte machten den Mittelfeldspieler rechtzeitig fit. Die Verstärkung der Defensive durch Jeremies war dringend nötig, denn Manchester begann vor 66 500 Zuschauern im ausverkauften Stadion Old Trafford erwartet schwungvoll. Vor allem der französische Nationalspieler Mikael Silvestre und Stürmer Andy Cole sorgten über die linke Seite zunächst für gefährliche Szenen vor dem Bayern-Tor.

In der siebten Minute konnte Sammy Kuffour gerade noch gegen Silvestre retten, fünf Minuten später klärte Andersson gerade noch gegen Gunnar Solskjaer, der in Barcelona die Bayern mit dem 2:1 in letzter Sekunde aus allen Träumen gerissen hatte.

In der Folgezeit spielte die Dreierkette mit Kuffour, Andersson und Thomas Linke aber sehr konzentriert und ließ nur noch wenige Chancen der Engländer zu. "Wir müssen uns gegenüber Samstag um mindestens 100 Prozent steigern, sonst haben wir keine Chance", hatte Hitzfeld vor dem Viertelfinal-Hinspiel mehr Einsatz und Leidenschaft als beim 2:3 gegen Werder Bremen gefordert. Die Bayern setzten in den ersten 45 Minuten seine Worte auf dem grünen Rasen um.

Die erste Chance der Münchner vergab in der 22. Minute Carsten Jancker, der mit einem Schuss aus 20 Metern Entfernung den französischen Nationaltorhüter Fabien Barthez prüfte. Nur vier Minuten ließ Hasan Salihamidzic nach einer Flanke von Mehmet Scholl eine weitere Gelegenheit aus.

Nach dem Seitenwechsel erwischten die Münchner den besseren Start. In der 47. Minute schoss Stefan Effenberg, über den fast alle Bayern-Angriffe liefen, einen Freistoß knapp über Manchesters Tor, sechs Minuten später lenkte Barthez einen Schuss von Giovane Elber über die Latte. Auch gegen Jeremies musste der Welt- und Europameister sein ganzes Können zeigen (64./74.).

In der Schlussphase hatten diesmal die Bayern das bessere Ende für sich. Sergio setzte nach einem Effenberg-Freistoß den Ball an dem verdutzten Barthez vorbei ins Netz. Die Bayern-Fans enthüllten ein Plakat: "The revenge is ours".

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