Champions League der Junioren : Einfach zu viel Fußball

Zu viel Belastung für die Fußball-Talente: Unser Autor hält die Uefa Youth League, die Champions League der U-19-Juniorenmannschaften, für überflüssig.

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Wie die Großen, nur ohne Zuschauer. Eine Szene aus dem Youth-League-Spiel Benfica Lissabon gegen Bayer Leverkusen.
Wie die Großen, nur ohne Zuschauer. Eine Szene aus dem Youth-League-Spiel Benfica Lissabon gegen Bayer Leverkusen.Foto: Imago

Hansi Flick gilt als ein besonnener Mensch. Schon als Co-Trainer von Joachim Löw fiel er nicht als Polterer auf, im Gegenteil. Laute Kritik war von ihm nicht zu hören. Wenn er nun, in seiner neuen Funktion als Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes, deutliche Worte findet, muss das schon etwas heißen. Und Flicks deutliche Worte betreffen diesmal die Uefa Youth League, die Champions League der U-19-Juniorenmannschaften. Er sagte: „Ich habe Zweifel daran, ob der hohe Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zum Nutzen steht.“ Und damit hat er recht. Dieser Wettbewerb ist vor allem eine Belastung für die Talente – und deshalb vollkommen überflüssig.

Die Uefa hat alle 32 Champions-League-Starter dazu verpflichtet, auch an dem Jugendturnier teilzunehmen. Weil die Spiele im gleichen Rhythmus wie die der Champions League stattfinden, werden die Talente mit zahlreichen Fehltagen in der Schule belastet. Zusätzlich zum Reisestress. Gerade in der Phase vor dem Abitur wird den Junioren fast schon keine andere Wahl gelassen, als voll auf den Fußball zu setzen.

Dass die Uefa gleichzeitig aber stets behauptet, sie möchte Fußballer, die einen breiten Horizont und viele Interessen haben, wirkt wie blanker Hohn. Zumal die Youth League nun sogar auf 64 Teilnehmer ausgeweitet werden soll. Ab der nächsten Saison werden auch die nationalen Junioren-Meister mitspielen. Diese Liga dient also nicht der Förderung des Nachwuchsfußballs, sondern allein der Uefa und ihrer Vermarktung in noch mehr Ländern.

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