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Champions League : Dortmund gewinnt 4:2 in St. Petersburg

Borussia Dortmund zeigt sich gut erholt vom blamablen 0:3 beim Hamburger SV und steht nach einem 4:2-Sieg bei Zenit St. Petersburg schon mit einem Bein im Viertelfinale der Champions League.

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Robert Lewandowski ist mit Dortmund auf Viertelfinal-Kurs.
Robert Lewandowski ist mit Dortmund auf Viertelfinal-Kurs.Foto: dpa

Die passende Antwort zum richtigen Zeitpunkt zu geben, ist nicht immer ganz leicht. Beim 4:2 (2:0)-Sieg über Zenit St. Petersburg gelang das Borussia Dortmund allerdings ausgesprochen gut. Der BVB hatte über weite Strecken leichtes Spiel. Bereits in den ersten sechs Minuten stellte die Borussia durch den schnellsten Doppelpack ihrer Champions-League-Geschichte die Weichen für den Einzug ins Viertelfinale. Hernach lobte Trainer Jürgen Klopp seine Mannschaft – für ihre Defensivarbeit: „Sankt Petersburg hat eine hochtalentierte Mannschaft. Gegen sie so zu verteidigen, war der Schlüssel zum Sieg.“

Vor dem Spiel hatte noch Kapitän Sebastian Kehl auf die Frage, ob es nicht ein erheblicher Vorteil sei, dass der Gegner keinen Spielrhythmus habe, weil die Saison in Russland erst im März wieder startet, geantwortet: „Sankt Petersburg ist wesentlich stärker, als viele deutsche Journalisten und Fans das sehen.“ Doch die Realität bot ein gänzlich anderes Bild: Der Uefa-Cup-Sieger von 2007 wirkte komplett überfordert. Die Besucher staunten, wie ungehindert die Dortmunder durch die gegnerischen Reihen kombinieren durften. Bereits in der vierten Spielminute erzielte Henrich Mchitarjan die Führung, nachdem er von Marco Reus angespielt worden war. Wenige Augenblicke später war es Reus selbst, der den Vorsprung ausbaute. Auch danach hatte die Borussia gegen einen harmlosen Gegner alles im Griff. Robert Lewandowski hätte schon früh treffen können, vertändelte den Ball jedoch in guter Schussposition. Und nach Lukasz Piszczeks Vorlage schoss Reus knapp am langen Eck vorbei.

Nur 16 000 Zuschauer verfolgten die Begegnung

Außerhalb lief es weniger glimpflich ab. Nur 16 000 Zuschauer verfolgten die Begegnung im Petrovsky-Stadion. Die Kurve, in der sonst die Zenit-Fans stehen, blieb leer, weil die russischen Anhänger beim Gruppenspiel in Wien mit Pyrotechnik und rassistischen Parolen auffällig geworden und von der Uefa ausgesperrt worden waren. 1070 BVB-Anhänger waren zum Auswärtsspiel gereist. Am Nachmittag war es in der St. Petersburger Innenstadt noch zu Ausschreitungen gekommen; einige Dortmunder mussten sich im Krankenhaus behandeln lassen.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb der BVB die bestimmende Mannschaft, versäumte es jedoch, mehr daraus zu machen. Für Zenit-Torhüter Juri Lodigin war es noch die schwierigste Aufgabe, sich nach einem verunglückten Rückpass des eingewechselten Anatoli Timoschtschuk zu strecken, um ein Eigentor zu verhindern. Der allzu legere Umgang mit der Überlegenheit rächte sich für Dortmund, als Oleg Schatow aus dem Gewühl heraus der Anschlusstreffer gelang. Im Gegenzug bediente jedoch Piszczek seinen polnischen Landsmann Lewandowski, der zum 3:1 einschob und auch noch den vierten Dortmunder Treffer erzielte. Damit überholte der Pole den Schweizer Stéphane Chapuisat und ist nun der erfolgreichste Dortmunder Torschütze in der Europapokal-Historie.

Lewandowski macht mit seinen Toren alles klar

Dass der Brasilianer Hulk zwischendurch einen fragwürdigen Foulelfmeter zum 2:3 verwandelte, wird Zenit nicht viel nutzen. Wenn in zwei Wochen kein Wunder geschieht, scheiden die Russen aus, während sich die Dortmunder auf eine Prämie von 3,9 Millionen Euro und einen attraktiven Gegner im Viertelfinale freuen dürfen. Der dürfte sie dann erheblich mehr fordern. Doch so weit mag Trainer Jürgen Klopp noch nicht denken. „Wir haben heute einen ersten Schritt gemacht, mehr ist nicht passiert.“ Zu diesem Zeitpunkt war das wohl die einzig passende Antwort.

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