Champions League : Dortmund ohne Reus aber mit Zuversicht gegen St. Petersburg

Borussia Dortmund muss auch gegen Zenit St. Petersburg auf Marco Reus verzichten. Trotzdem hofft der BVB nach dem klaren Hinspielsieg auf den Einzug ins Viertelfinale der Champions League.

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Der Mann, der den Ball liebt. Der ehemalige Mönchengladbacher Marco Reus erwies sich für den BVB als Glücksgriff. Dabei hatten sie das Talent des gebürtigen Dortmunders zunächst nicht erkannt.
Der Mann, der den Ball liebt. Der ehemalige Mönchengladbacher Marco Reus erwies sich für den BVB als Glücksgriff. Dabei hatten sie...Foto: imago/Claus Bergmann

Das Foto hatte nicht die beste Qualität, es war sogar ziemlich verschwommen. So, wie Schnappschüsse sind, die mit dem Handy aufgenommen werden. Es war trotzdem aussagekräftig genug, um auf der Homepage der „Ruhr- Nachrichten“ veröffentlicht zu werden. Gemacht wurde es am Sonntagvormittag, und es zeigt Marco Reus, wie er sich auf dem Trainingsgelände im Dortmunder Stadtteil Brackel im lockeren Trab bewegt. Die Hoffnung, dass Reus auch am Mittwochabend laufen wird, wenn Borussia Dortmund gegen Zenit St. Petersburg antritt, hat sich allerdings nicht erfüllt.

Henrich Mchitarjan kehrt in Mannschaft zurück

„Er ist zwar beschwerdefrei, aber er konnte bisher nicht am Mannschaftstraining teilnehmen. Deshalb kann er uns morgen nicht helfen“, sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp am Dienstagabend bei der Pressekonferenz vor dem Achtelfinal- Rückspiel gegen die Russen (20.45 Uhr, live im Ticker bei Tagesspiegel.de). Immerhin kehrt Henrich Mchitarjan in die Mannschaft zurück, der am Samstag in der Bundesliga, bei der 1:2-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach, gelbgesperrt fehlte.

Gerade in diesem Spiel hatten sich im kreativen Zentrum der Dortmunder erschreckende Defizite offenbart. Dass die auch mit dem Fehlen von Marco Reus zusammenhingen, war offenkundig. Im Hinspiel in St. Petersburg war der 24-Jährige einer der Besten. Reus erzielte ein Tor, bereitete eins vor und verbreitete auch sonst jede Menge Wirbel im gegnerischen Strafraum. Mit 4:2 entschieden die Dortmunder das Hinspiel für sich. Das Weiterkommen sollte also auch ohne Reus nicht mehr in Gefahr geraten. „Wenn wir diese Ausgangsposition nicht nutzen, sind wir selbst schuld“, sagte Kapitän Sebastian Kehl.

Hoffen auf das kleine Fußball-Wunder

Erstmals seit 16 Jahren könnte der BVB zum zweiten Mal hintereinander das Viertelfinale der Champions League erreichen und damit den in der vorigen Saison erworbenen Status festigen: Für Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist das keine Selbstverständlichkeit: „Gemessen an Borussia Dortmunds wirtschaftlichen Möglichkeiten wäre die Zugehörigkeit zu den acht besten Mannschaften Europas nach wie vor ein kleines Fußball-Wunder.“ Angenehmer Begleiteffekt: Einen Einzug ins Viertelfinale würde die Europäische Fußball-Union Uefa mit 3,9 Millionen Euro honorieren. Dazu kämen die Einnahmen aus dem weiteren Heimspiel.

In der Champions League schlugen sich die Dortmunder zuletzt prächtig. Ein Blick auf die vergangenen drei internationalen Auftritte mindert die Sorge, dass das 1:2 gegen Mönchengladbach negative Auswirkungen auf das Spiel gegen St. Petersburg haben könnte. Den Bundesliga-Niederlagen gegen Bayern München, Leverkusen und den HSV folgten Siege über Neapel, Marseille und eben St. Petersburg.

Jonas Hofmann, der sich am Wochenende gegen Gladbach eher schlecht als recht als Lenker des Dortmunder Offensivspiels versucht hatte, ist guter Dinge, dass die Mannschaft diese Serie auch heute fortsetzt. Dennoch könne sie sich ihrer Sache noch lange nicht sicher sein. „Auch wenn es verrückt klingt. Zenit reicht ein 3:0. Und wir lagen auch aus dem Nichts in St. Petersburg mit 2:0 vorne“, erinnerte der Mittelfeldspieler an den Blitzstart des BVB vor drei Wochen mit zwei frühen Toren von Mchitarjan und Marco Reus innerhalb der ersten fünf Minuten. Ungeachtet des 4:2-Vorsprungs aus dem Hinspiel erwägt Jürgen Klopp keine grundsätzlich andere Taktik als sonst: „Unser Plan ist es, daraus ein ganz normales Fußballspiel zu machen. Nur zu verteidigen wäre blöd.“ (mit dpa)

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