Champions League : Dortmund schafft 2:2 in Donezk

Im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League liegt Borussia Dortmund zweimal zurück, schafft am Ende aber doch ein 2:2 bei Schachtjor Donezk. Überschattet wird die Partie durch ein tragisches Unglück kurz vor dem Anpfiff.

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Dortmund Robert Lewandowski (r., im Duell mit Henrikh Mkhitaryan) traf einmal mehr für seine Mannschaft.
Dortmund Robert Lewandowski (r., im Duell mit Henrikh Mkhitaryan) traf einmal mehr für seine Mannschaft.Foto: dpa

Eine Stunde vor dem Anpfiff rückte das Champions-League-Achtelfinale zwischen Schachtjor Donezk und Borussia Dortmund in den Hintergrund. Da wurde bekannt, dass es bei der Bruchlandung eines Flugzeugs, das sich auf dem Weg von Odessa nach Donezk befand, mindestens fünf Tote und zwölf Verletzte gegeben hatte. Eine Stewardess gilt noch als vermisst. Beim Anflug in dichtem Nebel war die mit 39 Passagieren besetzte Antonow An-24, in der auch Fans saßen, die das abendliche Fußballspiel besuchen wollten, über die Landebahn hinausgeschossen und zerbrochen.

Es lag also ein Schatten über dem Treffen zwischen dem Meister der Ukraine und dem aus Deutschland, Fußball gespielt wurde trotz des Unglücks, doch zunächst hielten alle Anwesenden bei einer Schweigeminute inne. Als der Ball dann rollte, erkämpften die Dortmunder vor 52.187 Besuchern in der mondänen Dombass-Arena in einer aufregenden Partie ein 2:2 (1:1), das alle Möglichkeiten offen lässt, das Viertelfinale zu erreichen.

"Ich bin total zufrieden, denn das ist schon ein Hexenkessel hier. Die Mannschaft ist zweimal toll zurückgekommen", lobte Jürgen Klopp sein Team nach dem Spiel. Seine Startformation veränderte Dortmunds Trainer im Vergleich zur 1:4-Heimschlappe gegen den Hamburger SV auf zwei Positionen: Für den wieder genesenen linken Verteidiger Marcel Schmelzer rückte Sven Bender zurück auf seine angestammte Position im defensiven Mittelfeld, dafür musste Rückkehrer Nuri Sahin auf der Bank Platz nehmen Die Wechsel taten dem Spiel des Doublegewinners spürbar gut, der Dortmunder Auftritt wirkte von Beginn an griffig und gut strukturiert. Dortmund drückte mächtig aufs Tempo, in der 17. Minute ließ Mats Hummels nach einer Ecke von Marco Reus mit seinem Kopfball die Latte erzittern.

Es hätte die durchaus verdiente Führung für Borussia Dortmund sein können, stattdessen fingen sich die Deutschen einen völlig unnötigen Gegentreffer. Torhüter Roman Weidenfeller machte beim keineswegs brillant getretenen Freistoß von Dario Srna eine schlechte Figur. Doch Dortmund kam zurück.

Nach einer Flanke von Mario Götze schlug Robert Lewandowski im Strafraum zunächst über den Ball. Doch er hatte Glück, dass sich zwei ukrainische Verteidiger gegenseitig behinderten und er noch einen zweiten Versuch zum Torschuss bekam: 1:1. Ihr erstes Ziel, ein Auswärtstor zu erzielen, hatte die Borussia damit erreicht. Das zweite, in dieser Champions-League-Saison weiter ungeschlagen zu bleiben, geriet in der zweiten Halbzeit zwischenzeitlich ins Wanken.

Der Nationalspieler Mats Hummels leistete sich einen schwerwiegenden Stellungsfehler, den der eingewechselte Douglas Costa zu einem unhaltbaren Schuss in die lange Ecke nutzte. Doch Mats Hummels bekam die Chance, seinen Fehler wiedergutzumachen, und die nutzte er in der 87. Minute. Nach einem Eckball von Schmelzer war der Manndecker zur Stelle und markierte den verdienten Ausgleich aus kurzer Entfernung . Damit haben die Westfalen gute Möglichkeiten, beim Rückspiel in 14 Tagen in Dortmund die Geschicke endgültig in die gewünschte Richtung zu drehen.

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