Champions League : Es darf gezittert werden

Bremen hat das erste Qualifikationsspiel zur Champions League gewonnen. Nach dem knappen 2:1 erwartet Werder ein schweres Rückspiel bei Dinamo Zagreb.

Frank Hellmann[Bremen]
Werder
Nach einer schwachen ersten Halbzeit konnte Werder noch einen knappen Sieg erringen. -Foto: ddp

Von wegen Selbstläufer: Die vierte Teilnahme an der Geldvermehrungsmaschine Champions League ist für Werder Bremen trotz eines 2:1 (1:1) gegen Dinamo Zagreb alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Dennoch machte sich nach dem Abpfiff vor nur 26 136 Zuschauern eine ausgesprochene Freude im Weserstadion breit. Denn nach dem frühen Rückstand durch Bosko Balaban kurz vor der Pause drehten die eingewechselten Hugo Almeida kurz nach der Pause und Daniel Jensen fünf Minuten vor dem Ende die Partie noch. Gleichwohl dürfte das Rückspiel am 29. August in Zagreb zur Zitterpartie werden.

Der Grund: In der ersten Halbzeit waren fast alle von Werders Errungenschaften der Vergangenheit verschüttet. Wo einst Spielkultur und Kombinationsfreude das Publikum verzückte, regierten Konzept- und Hilflosigkeit. Sind dafür allein die vielen Verletzten – unter anderem musste Trainer Thomas Schaaf auf das malade Nationalspieler-Trio Clemens Fritz, Torsten Frings und Tim Borowski verzichten – verantwortlich? Mitnichten. Denn dafür war die Mängelliste anfänglich zu lang. Leon Andreasen und Frank Baumann fanden ebenso schlecht ins Spiel wie die Brasilianer Diego und Carlos Alberto oder das Angriffsduo Kevin Schindler und Boubacar Sanogo. Wobei der stets bemühte Ivorer Sanogo immerhin Bremens beste Chancen vergab (30. und 41.), die der ehemalige Duisburger Torwart Georg Koch vereitelte. Doch zielstrebiger konterte der Kroatische Meister. Nachdem Spielmacher Luka Modric und Bosko Balaban am vorzüglichen reagierenden Tim Wiese gescheitert waren, machte es Balaban besser: Die Hereingabe von Mario Mandzukic, der Christian Schulz mühelos davon gelaufen war, bugsierte der 28-Jährige ins Tor. Und traf Werder mit dem Pausenpfiff bis ins Mark.

„Ein Spiel, wichtiger als das gegen die Bayern“, hatte Stadionsprecher Arnd Zeigler über die Millionen-Partie gemutmaßt, die auch nach Meinung von Geschäftsführer Klaus Allofs „richtungsweisend für unsere Planungen und Perspektiven“ ist. Die Rückversetzung in den Uefa-Cup würde einen Einnahmeunterschied von 15 Millionen Euro bedeuten, weswegen Allofs einen umfassenden Forderungskatalog zusammengestellt hatte, der Herz, Begeisterung, Leidenschaft, Kampfgeist und Verbissenheit umfasste.

Diese Eigenschaften demonstrierte der Gastgeber erst nach der Pause, als Schaaf mit Daniel Jensen und Hugo Almeida zwei frische Kräfte brachte. Und siehe da: Beide belebten das bis dahin behäbige Vorwärtsspiel entscheidend. Almeida glückte im Nachschuss nach feinem Pass von Sanogo der Ausgleich. Und der Portugiese war es auch, der Koch noch mit einem vertrackten Fernschuss in Verlegenheit brachte. Auch Baumann hatte noch den Siegtreffer auf dem Fuß, der schließlich unvermittelt dem Dänen Jensen mit einem unhaltbaren Fernschuss gelang. Gegen den Kracher aus fast 25 Metern besaß Koch keine Abwehrchance.

Doch nicht nur Jurica Vranjes, Werders Kroate, warnt vor dem Rückspiel im Maksimir-Stadion. Dort werden 40 000 der Pyrotechnik sehr aufgeschlossene Anhänger eine Atmosphäre erzeugen, die die Angriffs- und Siegeslust des Kroatischen Meisters besonders befeuert.

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