Champions League : FC Bayern: Die Zukunft steht auf dem Spiel

In Florenz geht es für Bayern München um viel. Der sportliche und der finanzielle Erfolg der Saison wird entscheidend vom Ausgang des Spiels bestimmt - aber auch die Vertragssituation um Franck Ribéry könnte beeinflusst werden.

Thomas Becker[München]
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Die Bank ist leer. Van Gaal muss in der Champions League improvisieren. Foto: ReutersX00970

Vergangenen Mittwoch gab es für die Nationalspieler des FC Bayern einen Vorgeschmack darauf, wie es sich anfühlt gegen die Großen. Diego Maradona hatte die besten Fußballer Argentiniens mitgebracht in die Münchner Arena: Lionel Messi, das Wunderkind vom FC Barcelona, Gonzalo Higuain, den Dauertorschützen von Real Madrid und auch Carlos Tevez, die Dampframme von Manchester City. Die Bayern-Größen Schweinsteiger, Lahm, Gomez und Klose trafen auf ein anderes Niveau als in der Bundesliga: fordernder, härter, schneller. Genau das ist aber der Anspruch des deutschen Rekordmeisters: Die Münchner wollen sich mit den Besten messen. Und auf Vereinsebene trifft man die bekanntlich in der Endphase der Champions League. Am heutigen Dienstag hat das Team von Louis van Gaal im Achtelfinal-Rückspiel beim AC Florenz (20.45 Uhr, live bei Sky) die Chance, in die Runde der besten acht Teams des Kontinents einzuziehen.

Nicht nur das sportliche Fortkommen, der finanzielle Gewinn sowie das Renommee stehen auf dem Spiel, sondern auch die Vertragssituation um Franck Ribéry. Die Partie in Florenz könnte über Wechsel oder Verbleib des Franzosen mitentscheiden. Das sieht auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge so. „Franck lechzt nach Erfolg. Er gehört zu den besten Spielern Europas und will sich auf der internationalen Bühne zeigen“, sagte Rummenigge. „Ich glaube nicht, dass eine Vertragsverlängerung nur von den Finanzen abhängig ist. Wir brauchen ihn, da ich glaube, dass wir gute Chance haben, in den kommenden Jahren international wieder auf Augenhöhe mit den Topvereinen zu kommen.“

Zur Unzeit kommt da das jüngste Grummeln von Louis van Gaal. Dem gefiel es gar nicht, wie Ribéry die Länderspielwoche verbracht hatte: „Ich wusste nicht, dass er nicht trainiert, aber trotzdem gespielt hat. Das war nicht so klug von ihm.“ 74 Minuten stand Ribéry für Frankreich gegen Spanien auf dem Feld, kam leicht angeschlagen zurück und tat den Wunsch kund, gegen Köln lieber nicht spielen zu müssen. Da Arjen Robben wegen Grippe passen musste, spielte der Tabellenführer in Köln erstmals in der Rückrunde zunächst ohne die beiden Stars und musste am Ende mit dem Remis zufrieden sein. Die Serie von 17 Spielen ohne Niederlage geriet in Gefahr. Ausgerechnet vor dem Spiel in Florenz – das Hinspiel gewann Bayern glücklich mit 2:1 – ist der Münchner Aufschwung ins Stocken geraten.

Hinzu kommen Verletzungen: Nach Martin Demichelis fällt auch Diego Contento aus. Der Linksverteidiger erlitt in Köln eine Fleischwunde am Knie, die mit zwei Stichen genäht werden musste. Ihn ersetzt David Alaba, mit 17 Jahren und 255 Tagen seit Samstag der jüngste Bundesligaspieler der Bayern. „Der kann das“, sagt van Gaal, und so wird Alaba auch in der Champions League seinen Einstand geben. Ribéry wird das freuen. Seinen Siegtreffer gegen Gladbach feierte er mit Alaba, und auch in Köln saßen sie nebeneinander auf der Bank wie alte Kumpels. Ob sich ihre Wege bald trennen? „In zwei oder drei Wochen wird es sich entscheiden“, hat Ribéry im französischen Fernsehen gesagt, „es ist nicht so, dass ich zu 100 Prozent auf Real fixiert bin. Auch Barça ist interessiert, und es gibt noch Chelsea. Das heißt aber nicht, dass ich Bayern sicher verlasse.“ Vielleicht weiß er heute Abend schon mehr.

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