Champions League : FC Bayern: Muss ein 1:0 reichen?

Wo war die Begeisterung, wo war die Leidenschaft beim FC Bayern? Nach dem 1:0 gegen Benfica Lissabon sollte sich der Deutsche Meister nicht zu sicher fühlen.

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Toll gemacht? Bayerns Spieler nach dem Spiel. Foto: dpa/Hoppe
Toll gemacht? Bayerns Spieler nach dem Spiel.Foto: dpa/Hoppe

Ein 1:0 muss manchmal auch reichen. Manuel Neuer hat diese Expertise erstellt, und zumindest für den Dienstag, für den 1:0-Sieg des FC Bayern München über Benfica Lissabon traf sie zu.  Aber ist das wirklich genug? Ausreichend für den Einzug ins Halbfinale der Champions League und weitergehende Ambitionen Richtung Finale Ende Mai in Mailand? Zweifel sind angebracht.

Zwielichtig ist der Eindruck, den dieses Hinspiel im Viertelfinale hinterlässt. Ja, der FC Bayern war die bessere Mannschaft, hatte deutlich mehr Ballbesitz und blieb dank seines Torhüters Manuel Neuer ohne Gegentor, was in der Arithmetik der europäischen Wettbewerbe bekanntlich nicht ganz unwichtig ist. Aber nein, eine angemessene Bewerbung für den Anspruch, die Champions League wie zuletzt vor drei Jahren zu gewinnen, war am Dienstag nicht auszumachen. 

Was fehlt, waren Begeisterung und Leidenschaft, wie sie die Münchner noch im Achtelfinale gegen Juventus Turin demonstriert hatte. Als sie Mitte der zweiten Halbzeit kurz vor einem sicheren Aus standen und in einem emotionalen wie körperlichen Kraftakt das Spiel noch drehten. Diese Voraussetzungen waren am Dienstag nicht gegeben. Benfica gelang, was die Bayern zu ihren größten Zeiten in Perfektion beherrschten. Die Portugiesen lullten den Gegner ein, verleiteten ihn zu verfrühter Genügsamkeit und hätten das Spiel bei zwei, drei Situationen in der zweiten Halbzeit durchaus drehen können.

 Am kommenden Mittwoch in Lissabon werden es die Münchner mit einem völlig anders auftretenden Gegner zu tun haben, angefeindet zudem von 65.000 fanatischen Zuschauern im Estadio da Luz. Mag sein, dass der Deutsche Meister genau diesen Kick braucht. Ausnahmesituationen wie beim Rückspiel gegen Juventus, um ausreichend Adrenalin auszuschütten für den Sprung auf das nächsthöhere Niveau. Und dieses   Niveau müssen die Bayern erreichen, schon in einer Woche in Lissabon.

Denn manchmal kann ein 1:0 nicht reichen.

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