Champions League : FC Bayern nur im Pay-TV

Die Mehrheit der deutschen Fußballfans sitzt an diesem Dienstag beim Champions-League-Spiel der Bayern beim AC Mailand nicht in der ersten Reihe. Der Premiere-Ausflug zu Sat.1 bleibt eine einmalige Ausnahme.

Hannover/München - Bewegte Bilder vom Hinspiel des Viertelfinales gibt es nur beim Pay-TV-Sender Premiere, der seine Exklusiv-Strategie durchsetzt, um neue Kunden zu werben. Die von Bayern-Manager Uli Hoeneß geäußerte Kritik am Fernsehvertrag der Uefa mit Premiere lässt den Sender kalt. "Wir sind sehr zufrieden", sagte Premiere-Vorstandsmitglied Carsten Schmidt zum Verknappungskurs des Senders: "Mit dem Weiterkommen von Bayern München ist die Saison schon erfolgreich."

Nach dem Verlust der Bundesligarechte ist die Champions League für sport-interessierte Kunden das wichtigste Verkaufsargument des Senders, der sich in einem überraschenden Coup für drei Jahre sowohl die Pay- als auch Free-TV-Rechte gesichert hatte. "Mit den beiden Spielen gegen Mailand werden wir genug Vertriebsaspekte bedienen können, die für uns beim Erwerb der Rechte wichtig waren", sagte Schmidt.

DSF zeigt Chelsea gegen Valencia

Der Ausflug zum Free-TV-Sender Sat.1, der ein Achtelfinale gegen Real Madrid übertrug, bleibt eine einmalige Ausnahme. Und auch bei Premieres Partnersender DSF gibt es nicht die Münchner, sondern nur einen ehemaligen Bayern-Profi zu sehen. Der Spartenkanal überträgt am Mittwoch das Heimspiel des FC Chelsea mit Michael Ballack gegen den FC Valencia.

Das DSF zeigt an 13 Spieltagen eine Partie der Königsklasse, hat aber keinen Einfluss auf die Auswahl. Premiere bestimmt, was unter dem Namen "Champions TV" gezeigt wird. So gab es am fünften Spieltag der Vorrunde eine Konferenzschaltung statt einer Live-Übertragung von Bayern, Werder Bremen oder Hamburger SV. Für den Spartenkanal lohnt sich der Deal mit Premiere trotzdem.

Champions-League-Übertragungen verzehnfachen Marktanteil

"Für uns als Sportsender ist das hervorragend", sagte Unternehmens-Sprecher Fabian Schiffer. "Die Zuschauerzahlen sind mit einem Durchschnitt von 3,3 Millionen sehr gut. Bei Spielen mit deutscher Beteiligung liegen diese natürlich deutlich höher." Der DSF-Marktanteil, der sonst im Durchschnitt bei einem Prozent liegt, wuchs bei den Champions-League-Übertragungen um mehr als das Zehnfache.

Wie groß das Zuschauerinteresse ist, zeigt die Reichweite von durchschnittlich 9,43 Millionen Zuschauern, die Sat.1 beim Achtelfinal-Rückspiel der Bayern gegen Madrid erzielte. "Das einmalige Zusammenarbeiten mit Sat.1 war für uns eine gute Gelegenheit, den Markt zu testen, was die Champions League im Free TV wert ist", sagte Premiere-Vorstand Schmidt. "Das war die bestmögliche Anzeige für uns." (Von Michael Rossmann, dpa)

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