Champions League gegen Belgorod : BR Volleys: Nerven nach Plan

Die BR Volleys bestreiten am Dienstag beim russischen Topteam Belgorod ein schweres Auswärtsspiel. Doch die Berliner haben eine unangenehme Taktik.

von
Robert Kromm peilt auch gegen Belgorod viele Punkte an.
Robert Kromm peilt auch gegen Belgorod viele Punkte an.Foto: dpa

Mit seiner Mannschaft ist Roberto Serniotti zuletzt sehr zufrieden gewesen. Innerhalb von sieben Tagen haben die BR Volleys drei Spiele absolviert und alle souverän gewonnen, sogar ohne Satzverlust. Dabei zählen zwei der besiegten Gegner, der VfB Friedrichshafen und Düren, zu den Topteams der Liga. Dem italienischen Trainer imponierte vor allem die mentale Stärke seiner Mannschaft. „Wir haben diese Spiele mit dem Kopf gewonnen“, sagt Serniotti. „In den wichtigen Momenten konnten meine Spieler immer noch etwas drauflegen und haben dann die richtigen Lösungen gefunden.“

Vor dem zweiten Champions-League-Spiel dieser Saison am Dienstag beim russischen Spitzenklub Belogorie Belgorod (17 Uhr MEZ/live auf laola1.tv) spricht Serniotti jedoch einen Punkt an, den sein Team dann unbedingt verbessern soll. „Wir müssen unsere Annahme hinbekommen“, sagt er. In diesem Bereich schwanken ihm die Volleys noch zu sehr. Wenn sie in der Annahme nicht sicherer agieren, wird es äußerst schwierig, in Belgorod überhaupt zu bestehen. „Die sind ein brutales Aufschlagsteam“, sagt der Volleys-Kapitän Robert Kromm.

Überhaupt ist Belgorod in der Gruppe der Berliner der große Favorit auf Platz eins. Die Mannschaft aus der 370 000-Einwohner-Stadt knapp 600 Kilometer südlich von Moskau gewann 2014 die Champions League und die Klub-WM. Bei diesen Erfolgen war auch Georg Grozer dabei, in den vergangenen vier Jahren stets Deutschlands Volleyballer des Jahres. Im Oktober wurde der Diagonalangreifer jedoch nach Südkorea ausgeliehen.

Im aktuellen Kader Belgorods hebt Kromm besonders den 2,18 Meter großen Dmitri Muserski hervor. „Er ist eine Maschine“, sagt der selbst 2,12 große Außenangreifer über den Russen. Weitere Leistungsträger sind der Serbe Marko Ivovic und der Russe Roman Danilow. Volleys-Trainer Serniotti flößt die gesamte Mannschaft Respekt ein. „Alle Spieler des Gegners haben mehr Erfahrung als wir“, sagt er. „Es wird sehr schwierig.“

Doch Kromm ist überzeugt, Serniotti wird dem Team einen wirkungsvollen Plan mitgeben. „Er hat sicher ein paar taktische Ideen, wie wir die Russen nerven können“, sagt Kromm. „Denn sie mögen das geduldige, variable Spiel nicht, für das unser Trainer steht.“ So lautet seine Devise für die Partie: „Wir müssen sie viel bewegen und überraschen, wir müssen einfach clever agieren.“

Zusätzliches Selbstvertrauen ziehen die Berliner Volleyballer daraus, dass Belgorod einen schwachen Saisonstart hingelegt hat. In der Champions League gewann der russische Vizemeister zwar sein erstes Spiel gegen den bulgarischen Klub Dupnitsa, aber in der heimischen Liga verlor er von drei Partien bereits zwei deutlich. Allerdings stehen auch die Volleys nach der 2:3-Heimniederlage zum Champions-League-Auftakt gegen Izmir unter Zugzwang. Kromm und seine Teamkollegen haben heute also die Chance, die Zufriedenheit ihres Trainers noch weiter zu steigern.

Folgen Sie der Tagesspiegel-Sportredaktion auf Twitter:

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben