• Champions League gegen Juventus Turin: Jetzt ist alles möglich für den FC Bayern München

Champions League gegen Juventus Turin : Jetzt ist alles möglich für den FC Bayern München

Wer ein 0:2 gegen den Italienischen Meister noch umbiegt, der muss auch nicht den FC Barcelona fürchten, nicht Paris St. Germain oder Real Madrid. Ein Kommentar.

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Der eingewechselte Thiago schießt den FC Bayern in der Verlängerung erstmals in Führung, Coman (rechts) trifft später zum 4:2.
Der eingewechselte Thiago schießt den FC Bayern in der Verlängerung erstmals in Führung, Coman (rechts) trifft später zum 4:2.Foto: REUTERS

War das ein Zeichen? Ein fest in die Köpfe aller Beteiligten eingebranntes Fanal, das ihnen signalisiert: Ihr könnt alles erreichen! Denn wer in den letzten zwanzig Minuten ein 0:2 gegen den Italienischen Meister noch umbiegt, der muss auch nicht den FC Barcelona fürchten, nicht Paris St. Germain oder Real Madrid.

Der FC Bayern München hat am Mittwoch beim 4:2 nach Verlängerung über Juventus Turin mehr geschafft, als nur ein außergewöhnlich spannendes Fußballspiel zu gewinnen. Der FC Bayern München  hat in diesem Rückspiel des Achtelfinales in der Champions League allen und vor allem sich gezeigt, dass er bereit ist für den entscheidenden Schritt, er soll Ende Mai beim Endspiel in Mailand erfolgen.

Diese Selbstgewissheit  hat im Kreis von Europas Besten ein wenig gelitten. In den vergangenen beiden Jahren war jeweils im Halbfinale Schluss, nach teilweise verheerenden Niederlagen gegen die Konkurrenz aus Madrid und Barcelona. Für das Wiedererlangen der in der Bundesliga Woche für Woche vorgelebten Münchner Sieger-Mentalität hat es mehr gebraucht als nur das Ausschalten einer großen Mannschaft. Entscheidend war die Erfahrung, dass dieser FC Bayern auch gegen eine große Mannschaft ein fast schon verlorenes Spiel noch umbiegen kann.  Manchmal ist der Glaube wichtiger als das Können.

Der Sieg des FCB war glücklich, aber auch logisch

So viel zur psychologischen Komponente. Was die sportliche Analyse angeht, wird Bayerns scheidendem Bayern-Trainer Pep Guardiola sehr wohl aufgegangen sein, wie viel seiner Mannschaft noch fehlt. Etwa zum Niveau des amtierenden Champions-League-Siegers  Barcelona, der zur selben Stunde viel Spaß hatte beim fröhlich-unterhaltsames Wettspiel gegen den völlig chancenlosen FC Arsenal.  So weit sind Guardiolas Bayern noch nicht. Am Mittwoch waren sie eine Stunde lang die deutlich schlechtere Mannschaft. Juventus setzte den Münchnern mit hohem Pressing schwer  zu, hätte mit ein wenig Glück  zur Halbzeit 4:0 führen können, und natürlich wäre die Angelegenheit damit erledigt gewesen.

Aber Juventus hat in dieser ersten Halbzeit eben auch am Limit gespielt, so gut wie noch nie in dieser Saison. Und der mit dem hohen Pressing verbundene Kraftaufwand verlangt nach einer frühen Entscheidung, denn 90 Minuten lang lässt sich das nicht durchhalten. Am Mittwoch war Juventus nach einer Stunde am Ende und kam in der Verlängerung kaum noch über die Mittellinie. Insofern war der Münchner Sieg zwar glücklich, allerdings keineswegs unlogisch.  Das mag den metaphysischen Effekt relativieren, aber nur für nüchterne Analytiker, und die stehen bekanntlich nicht dort, wo Fußballspiele entschieden werden. Auf dem Platz.

 

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