Champions League : Heimpleite für den HSV

Dem Hamburger SV ist nach sechsjähriger Abstinenz die Rückkehr in die Champions League missglückt. Die Hanseaten unterlagen Arsenal London und warten in dieser Saison weiter auf den ersten Sieg in einem Pflichtspiel.

Hamburg - Die Mannschaft von Trainer Thomas Doll verlor letztlich verdient gegen den britischen Vorjahresfinalisten FC Arsenal London mit 1:2 (0:1). Vor 55.000 Zuschauern in der ausverkauften AOL Arena erzielten Gilberto Silva (12. Minute, Foulelfmeter) und Tomas Rosicky (53.) die Tore für die Gäste. Erst in der Nachspielzeit konnte Boubacar Sanogo den Anschlusstreffer erzielen. Torhüter Sascha Kirschstein hatte bereits in der elften Spielminute die Rote Karte wegen einer Notbremse erhalten.

HSV-Coach Doll musste mit Rafael van der Vaart (Sehnenanriss), Thimothée Atouba (Leistenprobleme) und Juan Pablo Sorín (Wadenprobleme) gleich auf drei prominente Stützen verzichten. Spielmacher van der Vaart wurde durch Piotr Trochowski ersetzt. Im Angriff schenkte Doll dem Sturmduo Boubacar Sanogo und Danijel Ljuboja das Vertrauen. Beim FC Arsenal fiel vor allem der Ausfall von Superstar Thierry Henry (Fußverletzung) ins Gewicht. Im 4-4-2-System von Trainer Arsene Wenger liefen wie erwartet neben Nationaltorhüter Jens Lehmann die ehemaligen Bundesliga-Profis Aliaksandr Hleb und Tomas Rosicky im Mittelfeld auf.

Rot für Kirschstein nach Notbremse

Die Hamburger begannen in einer munteren Anfangsphase äußerst spielfreudig und hatten nach sieben Minuten die erste Chance: David Jarolim legte den Ball zu Ljuboja, der Linksschuss des Neuzugangs vom VfB Stuttgart ging allerdings knapp am Tor von Lehmann vorbei. Vielleicht begann die Hausherren zu offensiv, denn wenig später führte ein schneller Konter der Engländer zu der dann spielentscheidenden Szene. Robin van Persie tauchte alleine vor Sascha Kirschstein auf. Der HSV-Keeper wusste sich nur noch mit einer Notbremse zu helfen. Während Kirschstein vom Platz musste, war sein Ersatzmann Stefan Wächter - für ihn musste Rafael Wicky als Feldspieler weichen - machtlos beim fälligen Strafstoß von Gilberto Silva (12.).

Mit der Führung im Rücken und mit einem Mann mehr ließen die Londoner den Ball geschickt in den eigenen Reihen laufen und kamen ohne größeren Kraftaufwand durch van Persie (21., 41.) und Emmanuel Eboué (35.) zu guten Möglichkeiten. Die Hamburger brauchten einige Zeit, um sich von dem Rückstand zu erholen, und hatten durch Vincent Kompany (28.) und Ljuboja (45.) ihre Chancen in der ersten Hälfte.

Traumtor von Rosicky

Obwohl der HSV erneut schwungvoll aus der Kabine kam, sorgte Rosicky kurz nach dem Seitenwechsel für die Vorentscheidung. Vollkommen unbedrängt zirkelte der Ex-Dortmunder den Ball aus 22-Metern in den Torwinkel (53.). Durch den erneuten Rückschlag verloren die Hamburger endgültig den Rhythmus. Somit waren die Briten ihrem dritten Tor meist näher als die Hausherren dem Anschlusstreffer. Die größte Möglichkeit in der dann relativ unspektakulären zweiten Halbzeit vergab Gilberto Silva, als er nach einer Ecke vollkommen freistehend aus sieben Metern am Tor vorbei köpfte (77.). Dennoch feierten die Hamburger Fans ihre Mannschaft und wurden mit dem Anschlusstreffer durch Sanogo (90.) wenigstens noch ein bisschen entschädigt. (tso/ddp)

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