Champions League : Hoeneß kritisiert neuen TV-Vertrag

Am ersten Champions-League-Spieltag wird im Free-TV lediglich das Spiel des FC Bayern gegen Spartak Moskau gezeigt, obwohl es interessantere Spiele mit deutscher Beteiligung gibt. Die TV-Regelung regt auch Bayern-Manager Hoeneß auf.

Nürnberg - Zwei Wochen vor dem Start in die neue Saison der Champions League übt Bayern-Manager Uli Hoeneß scharfe Kritik an dem vom europäischen Fußballverband Uefa ausgehandelten neuen Fernsehvertrag. Dieser sei "hinter unserem Rücken gemacht" worden, beklagte der Manager des deutschen Rekordmeister Bayern München im Fachmagazin "Kicker". Die Uefa habe der "G 14", der Interessenvertretung der 18 europäischen Spitzenvereine, kein Mitspracherecht bei der Vergabe der TV-Rechte eingeräumt. Dabei habe die "G 14" schon vor einem Jahr entsprechende Forderungen erhoben.

Hoeneß ist die neue Regelung bei der Vergabe der Spiele für das Free-TV ein Dorn im Auge. In der vergangenen Saison hatte Sat.1 noch das Recht, sich an jedem Spieltag ein Partie auszusuchen. Nachdem sich der Pay-TV-Sender Premiere aber im August 2005 die kompletten Fernsehrechte der "Königsklasse" für Deutschland sicherte, entscheidet nun Premiere selbst, welches Spiel live im Free-TV im DSF gesendet wird.

DSF zeigt nicht unbedingt das Topspiel

Da der Pay-TV-Sender nach dem Verlust der Übertragungsrechte der Bundesliga neue Kunden binden will, gibt es im DSF also nicht unbedingt das Topspiel mit deutscher Beteiligung zu sehen. So wird beim Auftakt der Champions League am 12. September im DSF die Partie FC Bayern München gegen Spartak Moskau ausgestrahlt. Die weitaus interessanteren Spiele mit deutscher Beteiligung am 1. Spieltag zwischen dem FC Chelsea und Werder Bremen (12. September) sowie dem Hamburger SV und dem FC Arsenal (13. September) sind erst am folgenden Freitag (15. September) in einer Zusammenfassung im DSF zu sehen.

Zudem hat sich Premiere, das alle Spiele live und in einer Konferenz zeigt, nur dahingehend verpflichtet, dass man in der Gruppenphase jede deutsche Mannschaft mindestens einmal im DSF zu sehen ist. Bereits im Achtelfinale könnten die deutschen Vereine, sofern sie sich qualifizieren, nur noch im Pay-TV zu sehen sein. Bayern-Manager Hoeneß stößt dies sauer auf, da man "natürlich ein Interesse habe, dass die Topspiele der Champions League auch im Free-TV zu sehen sind". (tso/ddp)

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