Champions League : HSV erreicht neuen Tiefpunkt

Der Fußball-Bundesligist Hamburger SV hat nur noch theoretische Chancen auf das Erreichen des Achtelfinales der Champions League. Die Hanseaten verloren beim portugiesischen Meister FC Porto mit 1:4.

Porto - Vor rund 32.000 Zuschauern im Stadion Dragao erzielte Lisandro Lopez bereits in der Anfangsphase die frühe Führung für die Gastgeber (14.). In der Nachspielzeit erhöhte Lucho Gonzalez mit einem verwandelten Handelfmeter auf 2:0 (45.+3). Nach dem Seitenwechsel legten Helder Postiga (69.) und nochmals Lisandro Lopez (81.) nach. Kurz vor dem Spielende gelang Piotr Trochowski der Ehrentreffer (89.).

Mit großen personellen Sorgen ging HSV-Coach Thomas Doll in die Partie. Mit David Jarolim, Vincent Kompany, Guy Demel, Bastian Reinhardt sowie dem bereits seit längerer Zeit schmerzlich vermissten Regisseur Rafael van der Vaart musste Doll gleich auf fünf verletzte Spieler verzichten. Außerdem fehlte der gesperrte Angreifer Benjamin Lauth. Dafür stand Linksverteidiger Thimothée Atouba etwas überraschend nach mehrwöchiger Pause wieder in der Startelf. Das Tor hütete nach abgesessener Sperre wieder Stammkeeper Sascha Kirschstein.

Schwierige Platzverhältnisse in Porto

Bei nach starken Regenfällen schwierigen Platzverhältnissen zeigte sich der HSV zunächst bemüht. Die erste Chance der Portugiesen durch Helder Postiga (1.) beantwortete Juan Pablo Sorin postwendend mit einem ersten Schussversuch aus der Distanz (2.). Noch einmal zeigten sich die "Rothosen" vielversprechend vor dem gegnerischen Tor, als Danijel Ljuboja den Ball nach einem Zuspiel von Collin Benjamin von der Grundlinie nicht unter Kontrolle bekam (12.).

Nur kurz darauf nahm das Unheil seinen Lauf, als Benjamin sich im Mittelfeld festdribbelte und Raphael Wicky mit einem Rückpass in Bedrängnis brachte. Anderson überlief den Schweizer und passte auf Lisandro Lopez, der den Ball nur noch ins leere Tor drücken musste (14.). Porto war nun eindeutig spielbestimmend. Dem HSV war das Bemühen nicht abzusprechen, aber es blieb meist bei Einzelaktionen in Form von Distanzschüssen. Als Ljuboja in der Nachspielzeit den Ball im eigenen Strafraum mit der Hand spielte und Lucho Gonzalez den fälligen Strafstoß verwandelte (45.+3) war die Partie bereits zur Halbzeit entschieden.

Vom HSV war nicht mehr viel zu sehen

Im zweiten Durchgang war vom HSV nicht mehr viel zu sehen. So genügte Porto eine durchschnittliche Leistung, um Spiel und Gegner nach Belieben zu kontrollieren. Die "Rothosen" ergaben sich nun in ihr Schicksal und zeigte bei den Gegentreffern durch einen Kopfball von Helder Postiga (69.), der allerdings knapp im Abseits stand, und dem zweiten Treffer von Lisandro Lopez (81.), der frei vor Kirschstein auftauchte, kaum noch Gegenwehr. Trochowski gelang nach feiner Einzelleistung nur noch etwas Ergebniskosmetik (89.).

Der HSV bot eine seiner schwächsten Saisonleistungen und war mit dem Ergebnis noch gut bedient. Dass in der 35. Minute ein klarer Treffer durch Ljuboja und damit der mögliche Ausgleich wegen vermeintlicher Behinderung von Torhüter Helton aberkannt wurde darf nicht als Ausrede gelten. Bereits zuvor hatte man Glück, dass Schiedsrichter Alaion Hamer auf Schwalbe von Ricardo Quaresma und nicht auf Foulelfmeter für Porto entschieden hatte (22.). (tso/ddp)

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