Sport : Champions League im Eishockey

2008 soll der neue Modus eingeführt werden

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Eine Champions League? Im Eishockey? Dieser klangvolle Name könnte die Sportart schon bald schmücken. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir ab 2008 eine Champions League haben“, sagt Peter John Lee, Manager des EHC Eisbären. Bei der Präsentation des Internationalen Eishockey-Verbandes (IIHF) in Zürich war Lee nicht dabei, weil er am Samstag als Teammanager der Schweiz bei einem Testspiel gegen Deutschland in Rapperswil weilte. Die Schweiz siegte souverän mit 5:1 (1:0, 3:0, 1:1), für die müde wirkenden Deutschen traf nur der Ingolstädter Yannic Seidenberg zum 1:4 (49.).

Lee wusste schon länger um die Champions-League-Pläne. „Das ist eine Sache, die jeder will. Das Fernsehen spielt da eine Rolle – und natürlich auch das Geld“, sagt er. In der Saison 2008/2009 soll es losgehen: Nach zwei Qualifikationen mit zwölf Teilnehmern, die an Wochenenden vor der Saison stattfinden, werden in vier Dreier-Gruppen die Halbfinalisten ausgespielt. Die Gruppenspiele sollen mittwochs ausgetragen werden. Bisher wird der Europapokalsieger von den Meistern der besten sechs europäischen Nationen bei einem Turnier ermittelt. Der Deutsche Meister gehörte nach dem WM-Abstieg des Nationalteams 2005 zuletzt nicht mehr dazu, 2006 gelang der Wiederaufstieg. Für die Champions League erhofft sich Peter John Lee sogar zwei Startplätze für die Deutschen. „Wir haben eine sehr weit entwickelte Infrastruktur. Unser Meister und der Sieger der Hauptrunde könnten teilnehmen. Und wenn das dieselbe Mannschaft ist, dann der Zweite aus der Hauptrunde“, sagt Lee. Die Meister der besten sechs europäischen Länder in der Weltrangliste sollen automatisch für die Gruppenphase qualifiziert sein.

Unter den zwölf Teilnehmern der Champions League soll eine Garantiesumme von über zehn Millionen Euro verteilt werden, der Sieger erhält zudem gut 600 000 Euro. „Das ist bei weitem die größte Summe im europäischen Eishockey“, sagt IIHF-Präsident René Fasel. Der Gewinner der Champions League soll gegen einen Herausforderer aus der nordamerikanischen Profiliga NHL im September um einen Weltpokal spielen. Lee sieht darin „neue Möglichkeiten: Europa ist für die NHL ein neuer, großer Markt, der noch unberührt ist“. Im Herbst 2008 soll zur Eröffnung der O2-World, der Arena am Ostbahnhof, bereits ein NHL-Spiel stattfinden.

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