Sport : Champions League: Kahn sieht ein "ganz gefährliches Ding"

Nach dem neuen Schwächeanfall in der Bundesliga ist bei Bayern München auch in der Chefetage die Toleranzgrenze überschritten. Vor dem Gastspiel am Dienstag (20.45 Uhr/live Premiere World) bei Olympique Lyon rief Franz Beckenbauer die Spieler zum Umdenken auf: "Wir alle wissen doch, dass die Champions League kein Selbstläufer ist. Man braucht ein Faustpfand, und das ist die Deutsche Meisterschaft", sagte der Präsident.

Uli Hoeneß hüllte sich am nach der Ankunft in Frankreich in Schweigen - wie schon am Samstag, nach dem 2:3 bei Hansa Rostock. Ein Donnerwetter des Managers dürfte sich spätestens entladen, wenn der Schlendrian auch auf die Champions League übergreifen sollte. Der nach der Niederlage in Rostock extrem verärgerte Trainer Ottmar Hitzfeld vertraute auf das für diese Saison so typische Phänomen: "In der Champions League haben wir immer die Erwartungen erfüllt, da waren wir immer auf den Punkt fit. So wird es auch diesmal sein."

Das Geheimnis über seinen Abwehrchef in Lyon lüftete Hitzfeld nicht. Wahrscheinlich ist, dass Patrik Andersson wie beim 3:0 in Moskau eine Dreierkette anführt. Der neue Libero Jens Jeremies könnte nach seinem erneuten Patzer in Rostock ins defensive Mittelfeld wechseln. Auf jeden Fall wird Michael Tarnat für den gesperrten Bixente Lizarazu in die Mannschaft kommen. Trotz großer Rückenprobleme ist auch Carsten Jancker zumindest als Joker in Lyon dabei.

Schon ein Punkt genügt den Bayern zum Einzug ins Viertelfinale. "Wir treten dort an, um diesen letzten Schritt zu machen", sagte Hitzfeld. Torwart Oliver Kahn warnte dennoch vor "einem ganz gefährlichen Ding". Die scheinbar einfache Rechnung für den Tabellenführer der Gruppe C birgt ein Risiko. Verlieren die Bayern (10 Punkte) gegen Lyon (4) mit zwei Toren Unterschied und gewinnt Arsenal London (5) gleichzeitig das Heimspiel gegen Spartak Moskau (3), dann droht den Bayern im letzten Zwischenrundenspiel am 14. März im Olympiastadion gegen Arsenal ein Zitterspiel.

Die Bayern dürfen also nicht verlieren, und die Chancen dafür stehen günstig. Mit einem 2:1-Sieg im Liga-Spitzenspiel gegen Girondins Bordeaux wahrte Olympique am Samstag zwar seine Titelchance in der Französischen Meisterschaft. Doch gegen die Bayern fehlen gleich vier Leistungsträger: Stürmer Steve Marlet, Mittelfeldspieler Marc-Vivien Foe und Abwehrspieler Patrick Müller sind ebenso wie bei den Bayern Bixente Lizarazu nach der dritten Gelben Karte gesperrt. Dazu fehlt der überragende Abwehrchef Edmilson, der mit Brasiliens Nationalmannschaft gegen Mexiko spielt.

An der Ausgangslage ändert der personelle Engpass nichts: "Wir haben keine andere Wahl, als auf Sieg zu spielen", kündigte Spielmacher Vikash Dhorasso an. 40 000 Zuschauer werden Olympique Lyon im Stade Gerland nach vorne peitschen.

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