Champions League : "Keine Chance" für Rooney-Rückkehr

Doch kein Blitz-Comeback: Manchester United hat die Hoffnung auf eine Wunderheilung des am Knöchel verletzten Wayne Rooney aufgegeben - und setzt am Mittwoch gegen Bayern München nun auf Dimitar Berbatow.

Rooney
Wayne Rooney wird gegen die Bayern voraussichtlich auch nicht auf der Bank sitzen. -Foto: dpa

ManchesterEs bestehe "keine Chance", dass der 24 Jahre alte Torjäger am Mittwoch gegen den deutschen Rekordmeister Bayern München spielen werde, sagte ManU-Trainer Alex Ferguson am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Schon beim morgendlichen Training hatte Rooney gefehlt. Britische Medien hatten zuletzt viel über einen überraschenden Einsatz spekuliert. Nach Fergusons Ankündigung dürfte der Angreifer auch nicht auf der Bank sitzen. Nach dem Aus für Rooney wird Berbatow zum potenziellen Aushilfshelden hochgepusht.

Der ehemalige Leverkusener, mit 30,75 Millionen Pfund (34,5 Millionen Euro) teuerster United-Einkauf der Vereinsgeschichte, soll den englischen Fußball-Rekordmeister gegen Bayern München ins Halbfinale der Champions League schießen. Nur traut dies dem Bulgaren kaum jemand zu. "Berbatow ist gut, aber Rooney ist völlig anders", brachte es zuletzt der Trainer von Michael Ballacks FC Chelsea, Carlo Ancelotti, auf den Punkt, nachdem seine Elf am Samstag in Old Trafford den Titelverteidiger ohne Rooney 2:1 besiegt hatte. Einmal mehr hinterließ Berbatow einen bestenfalls gemischten Eindruck.

Gelangen Rooney diese Saison schon 34 Treffer in 40 Partien, konnte der sechsmalige Fußballer des Jahres in Bulgarien seine Ausbeute von zwölf Toren in 37 Spielen nicht verbessern. Nur eine Woche nachdem Rooney beim 1:2 im Hinspiel unglücklich umgeknickt war und die Tage danach auf Krücken verbringen musste, will ihn der "Mirror" beim Geheimtraining gesehen haben und meldete ganz aufgeregt: "Rooney läuft wieder." Doch nun wird das bullige Alpha-Tier der United-Offensive auch nicht zur vermeintlich psychologischen Einschüchterung der Münchner auf der Bank sitzen.

Berbatow musste sich schon vor der großen Bewährungsprobe im "Theater der Träume" in Old Trafford vom englischen Boulevard üble Beschimpfungen gefallen lassen. Die "Sun" nennt den 29-Jährigen, der vor eineinhalb Jahren von Tottenham Hotspur nach Manchester gekommen und damals von Trainer Sir Alex Ferguson im Rolls Royce vom Flughafen abgeholt worden war, mittlerweile einen "Millionen-Flop". "Ihm fehlt die mentale Stärke von Rooney oder Cristiano Ronaldo", mäkelte das Blatt zuletzt. "Ja, er verfügt über eine fantastische Ballbehandlung, aber er verbringt zu viel Zeit mit Lauern - oder Verstecken - und setzt nie zu diesen Läufen an, die die gegnerische Verteidigung auseinandernehmen."

"Berbatows Chance, einmal ernsthaft vorzuführen, dass er 30,75 Millionen wert ist, kam und ging", urteilte auch der seriöse "Guardian" und sagte voraus: "Berbatow dürfte bald auf der Koppel für Sündenböcke grasen." Dort müsste sich auch Ferguson wiederfinden, denn die Sturmmisere ist nicht zuletzt Folge einer viel zu defensiven Einkaufspolitik. Ronaldo und der Argentinier Carlos Tevez (zum neureichen Lokalrivalen Manchester City) gingen, ohne nur annähernd gleichwertig ersetzt zu werden. Nun ist die Lage heikel: Neben Rooney ist der im Herbst seiner Karriere befindliche Michael Owen bis zum Saisonende verletzt. Bleibt nur noch der italienische Teenager Federico Macheda, der nach einer langwierigen Leistenverletzung erst seit kurzem wieder schmerzfrei trainieren kann.

Mit Manchesters Weiterkommen gegen die Bayern auf der Kippe, wundert sich das Fußball-Mutterland über die plötzliche Schwäche der Inselclubs in der europäischen Königsklasse. Fünfmal in Serie stand zumindest ein englischer Clubs im Finale. Dieses Mal blieb der FC Liverpool schon in der Gruppenphase hängen, Ballacks FC Chelsea scheiterte eine Runde später am überlegenen Inter Mailand, und auch die "Red Devils" stehen vor dem vorzeitigen K.o. - das Endspiel am 22. Mai in Madrid könnte erstmals seit 2004 zur England-freien Zone werden. (dpa)

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