Sport : Champions League: Kurzer Volldampf reicht

Ein paar Minuten Volldampf genügten, dann war der um ein Haar entgleiste Bayern-Express in der Champions League wieder auf Kurs und die anspruchsvolle Firmenleitung wieder versöhnt. "Ich bin zufrieden, das Ergebnis passt. Gott sei Dank haben wir die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht", meinte Präsident Franz Beckenbauer nach der wundersamen und beeindruckenden Aufholjagd des Deutschen Fußballmeisters, bei der Rosenborg Trondheim am Ende doch noch im Eiltempo mit 3:1 überrollt worden war. Trainer Ottmar Hitzfeld lobte den "sehr guten Charakter" seines hoch bezahlten Personals, und Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge zog sogar den Hut: "Mit einem Kraftakt in tollen sieben Minuten hat die Mannschaft sich selbst aus dem Sumpf gerissen. A la bonheur!"

Sie ist wieder da, diese Mischung aus legendärem Bayern-Dusel und dem unerschütterlichen Glauben an die eigene Unverwundbarkeit. "Nach dem Ausgleich lief es fast von selbst. Das 1:1 war der Knackpunkt", meinte der überragende Antreiber Mehmet Scholl und erklärte damit Carsten Jancker zum Matchwinner. "Dass wir noch ein Tor schießen, war mir klar. Aber dass es noch drei werden, damit hatte ich nicht gerechnet", sagte der Torgarant, der weiterhin in jedem Spiel trifft.

Jancker gab trotz eines schmerzenden Adduktoren-Muskels das Signal zur Wende. "Joker" Giovane Elber legte nur drei Minuten nach seiner Einwechslung mit dem ersten Torschuss nach, Thomas Linke vollendete nach Eckball per Kopf das Werk. Zu keinem Zeitpunkt habe er an eine Niederlage gedacht, bemerkte Linke. "Solche Momente gibt es beim FC Bayern nicht."

Doch natürlich war den Münchnern bewusst, wie knapp sie an einer kapitalen Heim-Pleite vorbei gerauscht waren. "Wenn das 0:2 fällt, ist das Ding wahrscheinlich gegessen", gab Scholl zu. "Wir haben gegen einen sehr starken Gegner auch ganz schön Glück gehabt", räumte Rummenigge angesichts der klaren Torchancen von Roar Strand und Örjan Berg ein.

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