Champions League : Lehmann führt Arsenal ins Finale

Dank eines gehaltenen Elfmeters von Jens Lehmann hat Arsenal London als erstes Team das Champions-League-Finale erreicht. Mit 746 Minuten ohne Gegentor hat der DFB-Keeper zudem den bisherigen Rekord von Ajax aus der Saison 1995/96 gebrochen.

Villarreal - Champions-League-Rekordler Jens Lehmann greift mit dem FC Arsenal nach der Krone des Vereins-Fußballs. Dank eines hart erkämpften torlosen Unentschiedens im Halbfinal-Rückspiel beim FC Villarreal zog die Mannschaft des deutschen Nationaltorhüters, der das 0:0 mit einem gehaltenen Foulelfmeter gegen Juan Riquelme (90. Minute) rettete, nach dem 1:0 im ersten Duell am Dienstagabend mit viel Glück in das Endspiel der Königsklasse ein. Dort trifft sie am 17. Mai in Paris auf den Sieger der zweiten Vorschlussrunden-Partie zwischen dem FC Barcelona und dem AC Mailand (Hinspiel 1:0), die am Mittwoch im Camp-Nou-Stadion ausgespielt wird.

Vor 23.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion El Madrigal musste Arsenal allerdings lange Zeit bangen, blieb aber am Ende aber doch zum 13. Mal hintereinander unbesiegt und zum 10. Mal in Serie ohne Gegentor. Rekordmann Lehmann, den seine Kameraden nach dem Abpfiff als Retter hochleben ließen, ist nun schon 746 Minuten unbezwungen. Bei Riquelmes Strafstoß tauchte er ins linke Eck ab und parierte den allerdings schwachen Schuss. «Ich habe mir gedacht, dass Riquelme nach links schießen würde, freue mich aber vor allem, dass wir es geschafft haben und ins Endspiel eingezogen sind. Aber es war eine enge Sache», meinte Lehmann mit einem Lächeln im Gesicht.

Die deutsche Nummer 1 überstand die Anfangsphase schadlos und löste nach vier Minuten den Niederländer Edvin van der Sar ab, der 1995/96 in der europäischen Meisterliga mit Ajax Amsterdam 659 Minuten ohne Gegentor geblieben war. Vor dem deutschen Nationaltorwart bot Trainer Arsene Wenger den Engländer Sol Campbell für den verletzten Philippe Senderos auf, zudem musste frühzeitig Gael Clichy den angeschlagenen Mathieu Flamini auf dem linken Außenverteidigerposten ersetzen (8.).

Der Außenseiter aus der ostspanischen Kleinstadt konnte sich gegen die nicht eingespielte und deshalb mitunter etwas unorganisiert wirkende Hintermannschaft besser als im Hinspiel in Szene setzen. Angetrieben vom starken argentinischen Regisseur Riquelme dominierten die Gastgeber die Partie, in der Juan Pablo Sorin den aufmerksamen Lehmann (18.) erstmals mit einem zu unplatzierten Schuss prüfte.

Die «Kanoniere» aus London kamen dagegen in der Offensive nicht wie gewohnt zur Geltung. Torjäger Thierry Henry war vorn zu sehr auf sich allein gestellt. Der Frust über die bis dahin schwache Leistung entlud sich bei Gilberto in einem üblen Nachtreten gegen Guillermo Franco, doch Arsenals Brasilianer hatte Glück, dass der russische Schiedsrichter Walentin Iwanow die Tätlichkeit nicht sah (35.). Dass es torlos in die Pause ging, hatten die Gäste dem starken Lehmann zu verdanken, der Francos Kopfball aus Nahdistanz (41.) parierte.

Auch nach Wiederanpfiff gerieten die Gäste einige Male arg in Bedrängnis. Franco (48./54.) hätte mit Kopfbällen, die jeweils knapp an Lehmanns Kasten vorbeistrichen, eigentlich ebenso für Villarreals Führung sorgen müssen wie Forlan (65.), der aus 16 Metern am leeren Tor vorbei schoss. Stattdessen hätte Gilberto mit einem Kopfball den Spielverlauf beinahe auf den Kopf gestellt (68.). FCV-Coach Manuel Pellegrini brachte in José Mari eine weitere Spitze in sein Team, das mit dem Mute der Verzweiflung bis zum bitteren Ende um seine Endspiel-Chance kämpfte, aber letztlich nicht belohnt wurde. Selbst Iwanows Elfmeter-Geschenk in letzter Minute änderte daran nichts. (tso/dpa)

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