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Champions League : Leverkusen häutet sich

Eine wundersame Wende hat Bayer Leverkusen dem Achtelfinale der Champions League einen großen Schritt näher gebracht und Trainer Robin Dutt aus der Kritik genommen.

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Leverkusens Michal Kadlec und Pablo Henandez von Valencia kämpfen um den Ball.
Leverkusens Michal Kadlec und Pablo Henandez von Valencia kämpfen um den Ball.Foto: dpa

Die Anhänger von Bayer 04 Leverkusen dürften eine unruhige Nacht verbracht haben. Wenn sie an die erste Hälfte der Champions-League-Partie zwischen den Leverkusenern und dem FC Valencia gedacht haben, dürften sie albtraumähnliche Zustände durchlebt haben. Ist ihnen die zweite Halbzeit des 2:1 (0:1)-Erfolgs ihrer Mannschaft noch einmal durch den Kopf gegangen, dürften sie die Nachtstunden dagegen mit einem breiten Lächeln im Gesicht verbracht haben. Durch diesen Sieg hat sich Bayer mit sechs Punkten nach drei Partien eine gute Ausgangsposition für das Erreichen des Achtelfinales verschafft.

Doch für die ohnehin angespannten Nerven der Verantwortlichen im Klub dürfte diese Partie trotz des positiven Ausgangs wenig Entlastung gebracht haben. Wie groß die Verunsicherung bei allen Beteiligten derzeit in Leverkusen ist, war auch an der Pressekonferenz am Vortag abzulesen, als Trainer Robin Dutt ungefragt eine Vielzahl von Rechtfertigungen in eigener Sache verkündet hatte und damit die schwankenden Leistungen seiner Mannschaft erklären wollte.

Die Spieler, die nach Meinung Dutts „nicht gegen mich sind“, agierten in der ersten Hälfte in einer derart desolaten Verfassung gegen das technisch versierte spanische Team, dass sie kaum über die Leistungsfähigkeit eines zu leichtgewichtigen Sparringspartners hinauskamen. In den ersten 35 Minuten erlaubten sich die Leverkusener derart viele Ballverluste im Aufbauspiel, dass die Partie an Einseitigkeit kaum noch zu überbieten war.

Bemerkenswert war einzig, dass der FC Valencia nicht schon deutlich höher als mit 1:0 in Führung gegangen war. Jonas erzielte nach 24 Minuten und schöner Vorarbeit von Roberto Soldado freistehend und mühelos den Treffer. Kurz zuvor hatte Soldado aus kurzer Distanz nur den Torpfosten getroffen. Allein ihrem Torhüter Bernd Leno hatte es die Mannschaft von Robin Dutt zu verdanken, dass sie nicht perspektivlos in die zweite Hälfte gehen musste.

Immerhin hatten die Leverkusener nach 38 Minuten die erste Tormöglichkeit zu verzeichnen, aber André Schürrles brachialen Versuch aus der Distanz konnte Diego Alves im Tor der Spanier parieren. Kurz darauf versuchte sich Michael Ballack mit einem Kopfball nach einem Eckball, den Alves ebenfalls unter größter Mühe abwehren konnte. Begleitet von einem gellenden Pfeifkonzert der 26 384 Zuschauer in der Leverkusener Arena schleppten sich die Bayer-Spieler mit hängenden Köpfen in die Katakomben.

Dort hatte dann offenbar ein kompletter Sinneswandel eingesetzt. Die Leverkusener spielten nun deutlich engagierter und überwanden ihr furchtbares Phlegma. Der Lohn für diese Häutung stellte sich prompt ein. Nach 52 Minuten erzielte Schürrle nach Hereingabe von Michal Kadlec mit einem Volleyschuss den Ausgleich. Vier Minuten später verwandelte Sidney Sam nach sehenswertem Ballack-Pass per Schlenzer zum 2:1. Die Spanier waren derart beeindruckt von ihrem nun lauf- und spielfreudigen Gegner, dass sie ihrerseits vollständig die Linie verloren.

So hatten es die Leverkusener Spieler recht leicht, diese Champions-League-Begegnung über die Zeit zu bringen, weil Bernd Leno alle gefährlichen Angriffe der Spanier entschärfte. Die Leverkusener verpassten es allerdings ihrerseits, das Ergebnis zu ihren Gunsten zu erhöhen.

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