Sport : Champions League: Leverkusen steht vor dem Aus

Bayer Leverkusen droht in der Fußball-Champions-League das vorzeitige Aus. Wenige Stunden nachdem Bayer-Trainer Christoph Daum die Spekulationen um seine Zukunft als Bundestrainer beendet hatte, unterlag der Bundesligist dem Cupverteidiger Real Madrid mit 2:3 (2:1) und hat damit in der Gruppe A schon drei Punkte Rückstand auf Platz zwei. Real Madrid gelang mit diesem Erfolg ein historischer Sieg. In 14 Europapokalspielen zuvor hatte der achtfache Landesmeistercup-Sieger noch nie auf deutschem Boden gewinnen können. Die Tore vor 22 500 Zuschauer in der ausverkauften BayArena schossen für die Gastgeber Bernd Schneider und Michael Ballack, für die Spanier trafen zweimal Roberto Carlos und Guti.

In einer lange Zeit mitreißenden Partie wollte der deutsche Vizemeister die Fans für manche Durststrecke der vergangenen Wochen entschädigen. Das Team von Trainer Christoph Daum zeigte nach starkem Beginn aber Konzentrationsschwächen im zweiten Durchgang. Der Sieg der Madrider wurde allerdings von Fehlentscheidungen des Schiedsrichters begünstigt.

Daum hatte zunächst auf den genesenen Ze Roberto zurückgegriffen, der dem Spiel seiner Mannschaft nach langer Verletzungspause jedoch noch nicht die erhofften Impulse geben konnte. Auf der rechten Mittelfeldseite erhielt Jörg Reeb den Vorzug vor Pascal Ojigwe. Für Torjäger Ulf Kirsten kam dagegen das Spiel gegen die "Königlichen" zu früh. "Ich brauche noch ein, zwei Trainingseinheiten", sagte der Nationalspieler. Real-Trainer Vicente del Bosque ließ in seinem Millionärsensemble, das gemessen an den irrationalen Ablösesummen einen Wert von zwei Milliarden Mark verkörpert, Stürmerstar Raul zunächst auf der Bank. Der Nationalspieler kam erst in der zweiten Halbzeit.

Beflügelt von dem Sieg über Sporting Lissabon vor Wochenfrist rissen die Leverkusener in dieser Partie die Initiative an sich und setzten das vom 19-jährigen Schlussmann Iker Casillas gehütetet Real-Tor unter Druck. Ein Freistoß von Ballack parierte Casillas mit Bravour, dann schoss Boris Zivkovic aus 20 Metern über das Tor. Neun Minuten später war es aber soweit: Nach einem Schuss von Robert Kovac sprang der abgewehrte Ball Scheider vor die Füße, der sich die Chance nicht entgehen ließ und mit einem fulminanten Schuss aus 18 Metern sein erstes Europacup-Tor erzielte.

Der Konter des Titelverteidigers ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Schiedsrichter Carl-Erik Nilsson aus Schweden fiel auf eine von Guti kunstvoll eingesprungene "Schwalbe" an der Strafraumgrenze herein. Den Freistoß katapultierte Kunstschütze Roberto Carlos mit Urgewalt durch eine Lücke in der Abwehrmauer ins Netz. Bayer-Torhüter Pascal Zuberbühler war chancenlos. Den Schock steckten die Gastgeber allerdings schnell weg. Einen Tag nach seinem 24. Geburtstag erzielte Ballack mit einem Volleyschuss aus rund 22 Metern im Anschluss an einen Eckball von Oliver Neuville die erneute Führung der Leverkusener. Doch Guti und erneut Roberto Carlos, der nach einem kapitalen Fehler von Jens Nowotny für die glückliche Führung des Titelverteidigers sorgte, machten alle Hoffnungen der Platzherren zunichte. Dem Tor von Guti war jedoch eine Tätlichkeit von Hierro an Paulo Rink vorausgegangen, die Nilsson nicht ahndete. "Wir hatten heute viel Pech. Allerdings wurden wir vom Schiedsrichter auch in einigen Szenen klar benachteiligt", kommentierte Daum die unglückliche Niederlage seiner Mannschaft.

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