Champions League : Liverpool hilft Chelsea

Zweimal schon sind die Liverpooler durch einen Halbfinalerfolg gegen Chelsea ins Endspiel eingezogen, jeweils nach einem 1:0 Heimsieg. Doch diesmal führte ein Eigentor in letzter Sekunde zum 1:1.

Liverpool
Chelseas Frank Lampard (r) jubelt nach dem Eigentor von Arne Riise (l). -Foto: dpa

LiverpoolIn der langen europäischen Fußballgeschichte zählt der FC Chelsea immer noch zu den Emporkömmlingen. Das Duell der Londoner mit dem FC Liverpool aber besitzt bereits eine sehr eigene Geschichte. Wenn die beiden Mannschaften in der Champions League aufeinander treffen, ist die Luft mit Spannung und Aggressivität geladen. Die besondere Rivalität der Klubs war schon vor dem Anpfiff rund um das Stadion an der Anfield Road zu spüren. Zweimal – 2005 und 2007 – sind die Liverpooler durch einen Halbfinalerfolg gegen Chelsea ins Endspiel des wichtigsten europäischen Wettbewerbs eingezogen, jeweils nach einem 1:0- Heimsieg. Bis in die fünfte Minute der Nachspielzeit sah es so aus, als würde die Begegnung auch beim dritten Mal mit dem Standardergebnis enden. Dann lenkte John Arne Riise eine Hereingabe von Salomon Kalou zum 1:1 ins eigene Tor. Der FC Chelsea hat nun die besseren Chancen, zum ersten Mal das Finale der Champions League zu erreichen. „Das ist eine gute Ausgansposition für uns“, sagte Michael Ballack. Im Rückspiel reicht Chelsea vor eigenen Publikum ein 0:0.

So legendär die Europapokalbegegnungen beider Klubs auch sein mögen, so unspektakulär ist oft die spielerische Darbietung auf dem Rasen. Dreimal sind Liverpool und Chelsea in den vergangenen drei Jahren in der Champions League aufeinander getroffen, in insgesamt sechs Spielen fielen gerade drei Tore. Gefährliche Strafraumszenen waren auch gestern Abend rar. Beide Mannschaften bemühten sich um hohes Tempo, spielten aber zeitweise erschreckend fehlerhaft. Vor allem Liverpool schaffte es anfangs nicht, den Ball dauerhaft zu behaupten. Der FC Chelsea begann sehr aggressiv und unterband damit erfolgreich das Spiel der Liverpooler.

Trotzdem hatten die Hausherren vor der Pause die besseren Chancen. Nach einer Viertelstunde konnte Dirk Kuyt den Ball nach langem Pass von Xabi Alonso nicht unter Kontrolle bringen – mit seinem Abschluss scheiterte er an Chelseas Torhüter Petr Cech. Der Tscheche vereitelte nach 30 Minuten auch die zweite gute Möglichkeit für Liverpool. Mit einem feinen Direktpass spielte Steven Gerrard Fernando Torres frei, doch auch der konnte Cech nicht überwinden.

Im dritten Versuch musste sich der Torhüter dann doch geschlagen geben. Dem 1:0 für Liverpool kurz vor der Pause ging eine ganze Reihe von Fehlern voraus. Frank Lampard verlor am eigenen Strafraum den Ball, Claude Makelele sprang am Ball vorbei, so dass Dirk Kuyt plötzlich völlig frei vor Petr Cech stand. Liverpools Stürmer überwand den Tschechen in Chelseas Tor mit einem Schuss durch die Beine.

In drei Champions-League-Spielen an der Anfield Road hatte der FC Chelsea zuvor noch nie ein Tor erzielt. Auch gestern tat sich die Mannschaft von Trainer Grant in der Offensive lange schwer. Die größte Annäherung an das Ziel gelang vor der Pause Joe Cole, der Liverpools Torhüter Reina vergeblich mit einer Direktannahme zu überwinden versuchte, obwohl er den Ball auch in relativer Ruhe hätte annehmen können. In der zweiten Halbzeit wurde Chelsea, nach einer Drangphase der Liverpooler, etwas zwingender. Lampard und Malouda kamen zu guten Möglichkeiten, ihre Schüsse wurden jedoch abgeblockt. Was Chelseas Spieler nicht schafften, erledigte dann in letzter Sekunde der Liverpooler Riise. (Tsp)

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