Sport : Champions League-Platz ist ein finanzielles Muss

Klaus Rocca

Es geht um Geld, um viel Geld sogar. Dieter Hoeneß, Manager von Hertha BSC, gibt die Differenz mit 15 Millionen Mark an. Die würde Berlins Fußball-Bundesligist seiner Ansicht nach weniger einnehmen, falls er in der nächsten Saison nicht - wie erhofft - wieder in der Qualifikationsrunde zur Champions League, sondern lediglich im Uefa-Cup spielen würde. Die Entscheidung darüber fällt am Sonnabend, wenn Hertha im Olympiastadion Borussia Dortmund empfängt und die beiden Mitkonkurrenten 1. FC Kaiserslautern und München 1860 sich auf dem Betzenberg messen. Um den begehrten Platz vier geht es in beiden Stadien. Hertha benötigt, einen eigenen Sieg vorausgesetzt, Lauterer Schützenhilfe.

Die von Hoeneß kalkulierten 15 Millionen Mark sind natürlich sehr vage. Schließlich hinge das davon ab, ob Hertha im Uefa-Cup einen attraktiven Gegner bekäme und vielleicht schon in der ersten Runde ausschiede. Dazu Geschäftsführer Ingo Schiller: "Es spräche einiges dafür, dass der Gegner in der ersten Runde nicht übermäßig renommiert wäre. Er würde uns aus den unteren Kategorien zugelost werden." Eine Garantie fürs Weiterkommen gäbe es für Hertha dennoch nicht.

Schon deshalb gäbe es beim Verpassen des wichtigen vierten Platzes keine Planungssicherheit. "Und die wäre für uns enorm wichtig", kommentierte Hoeneß. Nicht nur deshalb, weil auch weiterhin Bankkredite zurückgezahlt werden müssen. Auch gilt es, beispielsweise die anstehenden monatlich hohen Kosten für Alex Alves und Stefan Beinlich abzudecken. Ein ausgeglichener Etat aber ist die Voraussetzung für die erneute Lizenzerteilung ohne Auflage. Darauf legt man bei Hertha besonderen Wert. Und natürlich auch auf einen "ordentlichen Puffer" (Hoeneß).

Wie viel Hertha durch die Teilnahme am letzten Wettbewerb der Champions League eingenommen hat, ist noch immer unklar. Inoffiziell ist von knapp 40 Millionen Mark die Rede. Die Ungewissheit rührt daher, dass die Uefa den so genannten Market Pool, der sich aus Fernseh- und Werbeeinnahmen speist, noch nicht voll ausgeschüttet hat. Bislang gab es lediglich Abschlagszahlungen. "Erst im Juni erwarten wir den großen Batzen", kommentierte Schiller.

Im Vorgriff auf das zu erwartende Geld konnte Hertha immerhin schon in der Winterpause Alves verpflichten. Eine derartige Investition wäre sonst erst im Sommer möglich gewesen. Insgesamt 34 Millionen Mark hat Hertha in den letzten Monaten für neue Spieler bezahlt. Schon daran ist zu erkennen, dass "wir keineswegs im Geld schwimmen" (Schiller). Wobei wesentlich höhere Fernseheinnahmen in der neuen Saison gegenüber den Vorjahren einzukalkulieren sind. Die Rede ist von 24 Millionen Mark. Je nach Tabellenplatz werden die Summen gestaffelt.

Auch für die Spieler von Hertha BSC würde sich am Sonnabend das Vorrücken auf den vierten Tabellenplatz finanziell gewaltig auszahlen. Hoeneß wollte jedoch keine Zahlen nennen: "Es würde analog dem letzten Jahr gezahlt werden." Auch Trainer Jürgen Röber hat einen leistungsbezogenen Vertrag, würde also dabei ebenfalls kräftig partizipieren.

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