Champions League : Robben rettet Bayern

In einem dramatischen Spiel qualifizieren sich die Münchner für das Viertelfinale der Champions League – ihnen reicht eine 2:3-Niederlage in Florenz zum Weiterkommen.

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Tanz auf dem Vulkan. Arjen Robben schirmt hier den Ball vor dem Fiorentiner Juan Manuel Vargas (r.) ab.Foto: dpa

Es stürmte in der Toskana, und das betraf an diesem Abend nicht nur das Wetter. Auch das Achtelfinal-Rückspiel der Fußball-Champions-League zwischen dem AC Florenz und dem FC Bayern München verlief in höchstem Maße stürmisch und turbulent. Nachdem es zur Pause noch 1:0 für die Italiener gestanden hatte, wurde es vor allem in der zweiten Hälfte aufregend. 2:0 und 3:1 hatten die Gastgeber geführt, doch nur eine Minute und elf Sekunden nach dem dritten Tor für die Fiorentina brachte Arjen Robben die Bayern mit einem Traumtor ins Viertelfinale des europäischen Prestigewettbewerbs. „Wir haben eine Mannschaft mit Moral und Charakter, die immer zurückschlagen kann“, sagte Bayers Sportdirektor Christian Nerlinger nach der Niederlage, die sich für die Münchner wie ein süßer Sieg anfühlte.

Mit dem Selbstvertrauen aus 18 Pflichtspielen ohne Niederlage hatten die Bayern zunächst das Kommando übernommen. Auch ohne die verletzten Martin Demichelis und Diego Contento stand die Abwehr zunächst sicher. Doch zwingende Chancen sprangen nicht heraus, weil den Angriffsbemühungen der Münchner bei stürmischem Gegenwind die Präzision fehlte. Florenz, das in der heimischen Liga nur noch auf Platz zehn liegt und lediglich eins der letzten zehn Spiele gewonnen hat, nach nur einem Sienur eine der letzten zehn Partien gewonnen hat, war zunächst auf Torsicherung programmiert. Mit allen Spielern zogen sich die Italiener bei den oft ungeordneten Bayern-Angriffen in die eigene Hälfte zurück und machten geschickt die Räume eng.

Als Mario Gomez nach knapp einer halben Stunde an der Seitenlinie behandelt wurde, schlugen die Italiener zum ersten Mal zu. Einen 30-Meter-Schuss von Riccardo Montolivo ließ Torhüter Jörg Butt abprallen, Juan Vargas verwertete die unfreiwillige Vorlage. Auch Daniel van Buyten sah in dieser Situation nicht gut aus. Nationalstürmer Gomez kam danach zwar noch einmal aufs Spielfeld zurück, wurde wenig später wegen eines Muskelfaserrisses in der Wade aber gegen Miroslav Klose ausgewechselt.

Florenz schon auf der Siegerstraße

Angetrieben von Arjen Robben, Franck Ribéry und Bastian Schweinsteiger, der die Gelbe Karte sah und im nächsten Champions-League-Spiel damit gesperrt ist, versuchten die Bayern, das Spiel wieder in den Griff zu bekommen. Wäre es beim 0:1 geblieben, wären sie ausgeschieden, und die tief stehenden Italiener ließen sich nicht ernsthaft in Verlegenheit bringen. Nur einmal geriet ihre Führung ernsthaft in Gefahr, als Arjen Robben frei vor Florenz’ Torhüter Sebastien Frey auftauchte. Der Franzose rettete mit einer prächtigen Parade.

„Wir werden uns steigern und das Spiel noch drehen“, sagte Sportdirektor Christian Nerlinger in der Pause. Dank Butt war diese Hoffnung nicht schon in der 50. Minute passé, als die Abwehr schlief und der Torhüter großartig gegen Alberto Gilardino rettete. Mit dem Wind im Rücken wollten die Bayern jetzt angreifen – doch das Gegenteil war zunächst der Fall. Denn Stevan Jovetic schlug in der 54. Minute zu und zeigte die Nachlässigkeiten in der Bayern-Abwehr auf, in der der erst 17 Jahre alte David Alaba allerdings ein starkes Champions-League-Debüt gelang. Alberto Gilardino stand vor dem 2:0 bei seiner Ablage auf den Torschützen jedoch knapp im Abseits. Der Treffer zählte trotzdem.

Ein Tor musste nun für die Bayern her, um sich zumindest in die Verlängerung zu retten. Fünf Minuten später schien Kapitän Mark van Bommel die zu diesem Zeitpunkt zittrigen Bayern erlöst zu haben. Mit einem trockenen Flachschuss aus 18 Metern ließ er Frey keine Chance und brachte die schon feiernden Zuschauer zum Verstummen. Danach wurde es jedoch erst richtig bunt: Vier Minuten nach dem Anschlusstreffer der Münchner schoss Jovetic Florenz nach einem weiteren Fehler von Daniel van Buyten wieder ins Viertelfinale, doch nur 71 Sekunden später triumphierten erneut die Bayern, weil Robben aus der Distanz den Ball genau in den Winkel des italienischen Tores zirkelte. (dpa)

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