Champions League : Schalke bleibt im Rennen

Schalke spielt trotz Überzahl nur 0:0 in Valencia. Mit einem Sieg über Trondheim im letzten Gruppenspiel können die "Königsblauen" aber noch weiterkommen.

Jörg Strohschein
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Die Schalker haben in Valencia ihr Ziel erreicht. -Foto: dpa

ValenciaVielleicht war es eine taktische Meisterleistung, vielleicht aber auch nur die Angst vor der eigenen Courage. Egal welche Wertung die Beobachter nach dieser Partie für sich gezogen haben: Mit dem 0:0 beim FC Valencia hat sich der FC Schalke 04 im vorletzten Spiel der Gruppe B in der Champions League die Möglichkeit erhalten, in der entscheidenden Heimpartie gegen Rosenborg Trondheim am 11. Dezember mit einem Sieg ins Achtelfinale einzuziehen. Nach der gleichzeitigen 0:4-Niederlage von Rosenborg Trondheim gegen den damit für die K.-o.-Runde qualifizierten FC Chelsea ist allerdings noch ein Sieg vonnöten, um an den Norwegern in der Tabelle vorbei zu ziehen.

Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka hat ihr Ziel in Valencia erreicht, obwohl das Spiel über weite Strecken nicht schön anzusehen war. Der FC Valencia hingegen hat nur noch eine geringe Chance, sich mit Platz drei wenigstens für den Uefa-Cup zu qualifizieren. Die Last der Ausgangspositionen hatte offenbar bleierne Wirkung auf beide Mannschaften. Und so freudlos sich die beiden Teams präsentierten, so zurückhaltend war auch die Kulisse. Das gerade zur Hälfte gefüllte Stadion Mestalla versprühte über weite Strecken die Atmosphäre eines bedeutungslosen Freundschaftsspiels. Und auch dieser Umstand schien sich auf beide Mannschaften zusätzlich als echtes Hemmnis auszuwirken.

Die Spanier mussten diese Partie eigentlich gewinnen, doch dies wirkte sich nicht eben förderlich auf ihr Spiel aus. Viel zu viele Fehler schlichen sich in ihr Kombinationsspiel ein, um die Schalker ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Nur ein Kopfball im ersten Durchgang von Joaquin ging in Richtung des Schalker Tores. Die Gäste dagegen agierten überaus abwartend und wohl auch ein wenig zu ängstlich, obwohl sie in der offensiven 4-2-2-2-Taktik aus dem zuletzt erfolgreichen Bundesligaspiel in Hannover antraten.

Es ging ihnen während der gesamten Partie einzig um die Verhinderung eines Gegentreffers. Und da sich die Mannschaft von Trainer Ronald Koeman gegen die gut organisierte Schalker Defensive die meiste Zeit überaus schwer tat, so etwas wie einen erwähnenswerten Angriff zustande zu bringen, plätscherte die Champions-League-Partie lange Zeit ereignislos vor sich hin.

Nur einmal, als Fabian Ernst von der Strafraumgrenze frei zum Schuss kam, musste Santiago Canizares der den Vorzug vor Timo Hildebrand im Tor des FC Valencia bekam, eingreifen. Und noch nicht einmal die Hinausstellung von David Albelda, der Schalkes Verteidiger Rafinha rüde von den Beinen holte und dafür von Schiedsrichter Frank de Bleeckere die Rote Karte gezeigt bekam (32.), sorgte dafür, dass die Westfalen mehr Mut in ihre Offensivaktionen einbrachten.

Im Gegenteil. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff hatte Carlos Marchena sogar die große Chance zur Führung auf dem Fuß, doch Schalkes Torhüter Manuel Neuer konnte mit einer schönen Parade einen Rückstand gerade noch verhindern. Die Gastgeber aus Valencia versuchten trotz ihres deziminierten Teams im weiteren Verlauf der Partie zwar, das Tempo zu erhöhen, doch über ungefährliche Weitschüsse gingen die Bemühungen zumeist nicht hinaus.

Und Halil Altintop hätte das Bangen der rund 3000 nach Spanien mitgereisten Schalker Anhänger im Stadion frühzeitig beenden können, doch sein Abschluss alleine vor Torhüter Canizares war alles andere als gekonnt. Gegen Ende der Partie ließen die Kräfte der zehn Spanier dann merklich nach und sie schafften es nicht mehr, die Schalker Defensivabteilung in echte Verlegenheit zu bringen – auch wenn sie sich mit dem Mut der Verzweiflung engagierten. Doch sie vergaben ihre letzte Chance, das Achtelfinale zu erreichen.

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