Champions League : Schalke nach Debakel in Madrid ausgeschieden

Schalke 04 verliert mit 0:4 gegen Atlético Madrid und muss schon in der Qualifikation für die Champions League die Segel streichen. Auch Michael Skibbe ist mit Galatasaray Istanbul ausgeschieden.

Der FC Schalke 04 ist im Millionen-Spiel Champions League bereits an der Qualifikationshürde gescheitert und muss sich nun mit dem Trostpreis Uefa-Cup zufriedengeben. Der Bundesliga-Zweite erlebte im Rückspiel der Qualifikation für die "Königsklasse" bei Atlético Madrid ein 0:4 (0:1)-Debakel und ließ sich trotz des 1:0-Hinspielsieges durch das Aus rund 15 Millionen Euro durch die Lappen gehen. Vor knapp 54.000 Zuschauern in der "Hölle" des Estadios Vicente Calderon und den Augen von Argentiniens Idol Diego Maradonna sicherten Maradonnas zukünftiger Schwiegersohn Sergio Agüero (19.), Diego Forlan (51.), Luis Garcia (82.) und Maxi Rodriguez (87./Foulelfmeter) dem neunmaligen spanischen Meister den erstmaligen Aufstieg in den europäischen Fußball-Adel seit zwölf Jahren.

Bei seiner bisher einzigen Champions-League-Teilnahme war Atlético in der Saison 1996/97 im Viertelfinale gegen Ajax Amsterdam ausgeschieden. Die Gruppenauslosung findet am morgigen Donnerstag (18 Uhr) in Monaco statt. Für Schalke-Coach Fred Rutten war es die erste Pflichtspiel-Niederlage im fünften Spiel.

Altintop für Farfán

Die Hoffnungen der Knappen auf ihre vierte Teilnahme am hochkarätigsten europäischen Wettbewerb erfüllten sich ebenso wenig wie die auf eine Blitzheilung von Stürmerstar Jefferson Farfán. Der teuerste Spieler der Vereins-Geschichte reiste zwei Wochen nach seiner im Hinspiel erlittenen Schultereckgelenkssprengung zwar mit in die spanische Hauptstadt, war dann aber doch nicht im Kader. Ihn ersetzte Halil Altintop. Dagegen feierte Nationalspieler Jermaine Jones nur eineinhalb Wochen nach dem beim Bundesliga-Auftakt gegen Hannover erlittenen Syndesmosebandriss sein Blitz-Comeback. Für den verletzten Orlando Engelaar rückte Lewan Kobiaschwili in die Start- Elf.

Nach einer Gedenkminute für die Opfer des Flugzeugabsturzes von Madrid starteten die Schalker gut in ihre bisher wichtigsten 90 Saisonminuten. Doch während bei den Knappen die entscheidenden Pässe in die Spitze zu ungenau waren, entwickelten die Hausherren immer mehr Zug zum Tor. Die Rutten-Elf ließ sich nach der ansprechenden Anfangsviertelstunde zu oft in die Defensive drängen, konstruktive Aktionen nach vorne waren Fehlanzeige.

Agüero schockt Schalker

Auf der Gegenseite war Olympiasieger Agüero, der beim Hinspiel in Peking weilte, wegen einer Rot-Sperre aber sowieso gefehlt hätte, Dreh- und Angelpunkt. Als logische Konsequenz markierte der argentinische Stürmer die verdiente Führung. Zunächst konnte Schalkes Abwehrrecke Marcelo Bordon einen Schuss von Forlan noch spektakulär mit dem Kopf auf der Linie abwehren. Doch Luis Perea setzte nach und bediente den völlig alleingelassenen Agüero, der nur noch einzunicken brauchte. In der 34. Minute hatten die Schalker Glück, als Pedro Simao nur den Pfosten traf.

Einen Ballverlust von Fabian Ernst im Mittelfeld nutzte Forlan, der bei seinem Schuss aus 17 Metern Bordon und Benedikt Höwedes schlecht aussehen ließ, zum 2:0. Die hochkarätigste Chance der in der Schlussphase immer stärker werdenden Schalker vergab Heiko Westermann. Er scheiterte aus der Nahdistanz (70.) an Madrids Schlussmann Leo Franco. Mitten in der Schalker Drangphase leistete der überragende Agüero die Vorarbeit zum entscheidenden 3:0. Christian Pander (86.) sah nach einer Notbremse an Simao die Rote Karte, den fälligen Strafstoß verwandelte Rodriguez sicher. In der 65. Minute gab der Olympia-Dritte Rafinha sein Saison-Debüt für Schalke, konnte das Aus aber auch nicht verhindern.

Skibbe ebenfalls draußen

Der frühere Bundesliga-Coach Michael Skibbe hat mit Galatasaray Istanbul ebenfalls den Einzug in die Gruppenphase der Champions-League verpasst. Die Türken unterlagen in der Qualifikation mit 0:1 (0:0) beim rumänischen Vizemeister Steaua Bukarest, der nach dem 2:2 aus dem Hinspiel vor zwei Wochen nun in "Königsklasse" steht. Das Tor für Bukarest erzielte Banel Nicolita (57.). Besser als der Lokalrivale machte es Fenerbahce Istanbul, das durch ein 2:1 (Hinspiel 2:2) gegen Partizan Belgrad die Qualifikation überstand.

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