Champions League : Schalke: Vier Niederlagen für 37 Millionen

Auch beim 0:1 in Lyon zeigt sich nicht einmal ansatzweise ein positiver Effekt der Schalker Einkaufstour. Mit vier Niederlagen in Folge ist die Mannschaft von Felix Magath in eine Krise geschlittert.

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Bedingt abwehrbereit. Die Schalker Defensive erwies sich auch in der Champions League als instabil.
Bedingt abwehrbereit. Die Schalker Defensive erwies sich auch in der Champions League als instabil.Foto: AFP

Manuel Neuer fuchtelte ein wenig ratlos mit den Händen herum und suchte nach einer Erklärung. „Ich kann mir auch nichts aus den Fingern ziehen“, sagte der Torhüter des FC Schalke 04. Währenddessen schienen die Bilder des 0:1 (0:1) gegen Olympique Lyon zum Auftakt der Gruppenphase in der Champions League noch vor seinem geistigen Auge abzulaufen. Der 24-Jährige wirkte resigniert, seine Paraden konnten die vierte Schalker Niederlage in Folge auch nicht verhindern.

Schalke steht in dieser Saison für millionenschwere Spielertransfers, doch auf einer wichtigen Position klafft gerade eine Lücke: auf der des rechten Verteidigers. Dort musste der zum Verteidiger umberufene Mittelfeldspieler Christoph Moritz gegen Lyon hin. Ein leichtsinniges Rückspiel von ihm führte zum Gegentreffer durch Michel Bastos. Ursprünglich hatte Trainer Felix Magath mit Neuzugang Tim Hoogland auf dieser Position geplant, doch der ehemalige Mainzer verpasste einen Großteil der Vorbereitung wegen einer Knieverletzung. Die ebenfalls als Außenverteidiger verpflichteten Atsuto Uchida und Sergio Escudero konnten ihre Qualitäten bisher noch nicht nachweisen. Er müsse eben improvisieren, sagte Magath nun.

Dazu schwächelt das Schalker Offensivspiel: Auch in Lyon konnte die Mannschaft keinen Treffer erzielen. Zwei Treffer in vier Pflichtspielen sind das Resultat einer wenig abgestimmten Mannschaft. Momentan fehlt den meisten Spielern vor allem der Willen, sich gegen eine drohende Niederlage mit aller Leidenschaft zu stellen. Wohl auch, weil sich durch den unausgewogenen Teamkader und die stetigen Personalwechsel von Trainer Magath noch keine stabile und homogene Mannschaft gefunden hat. Der 57-Jährige wiederum bemüht sich in den Tagen der Krise weiterhin um eine optimistische Sichtweise. „Ich habe gesehen, dass wir defensiv wesentlich besser gespielt haben“, sagte Magath, „ich bin zufrieden, es war unser bestes Spiel bisher.“ Kritik an seinem spielenden Personal verbat er sich. „Es gibt keinen Grund, auf die Spieler draufzuhauen, denn wir haben uns beim Gruppenfavoriten trotz Unterzahl gut verkauft.“

Bereits am Sonntag steht in Gelsenkirchen das Revierderby gegen Borussia Dortmund an. Eine Niederlage würde in der Fanszene als ein kaum verzeihliches Versagen gegen den deutlich finanzschwächeren, ungeliebten Nachbarn gewertet. Spätestens dann dürfte sich die öffentliche Akzeptanz für die umfassenden Umbauarbeiten von Magath reduzieren. Manuel Neuer jedenfalls schaute überaus ernst, als er auf das Derby angesprochen wurde. „Mit dem Spiel kann man auch viel gewinnen“, sagte der Torhüter und verschwand in die Nacht. Von Niederlagen wollte er nicht mehr sprechen.

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