Sport : Champions League: Stärker als Stallone und Schwarzenegger

Spaniens Kolosse ließen im Arnold-Schwarzenegger-Stadion die Muskeln spielen. Mit dem 5:0 bei Sturm Graz sicherte sich der FC Valencia am vorletzten Spieltag der Zwischenrunde als zweiter spanischer Klub nach Real Madrid einen Platz im Viertelfinale der Champions League - und mit Deportivo La Coruña, das Paris St. Germain im Schlussspurt mit 4:3 niederrang, kann nächste Woche der dritte folgen.

Dagegen muss die einstige Fußball-Großmacht Italien nach dem 0:2 des AC Mailand bei Galatasaray Istanbul fürchten, erstmals seit 1981/82 im Viertelfinale überhaupt nicht mehr vertreten zu sein. "Uns fehlt einfach die Siegermentalität. Wir kommen nicht aus dem Tal heraus", jammerte Zvonimir Boban nach der "Ohrfeige" ("La Gazzetta dello Sport") im Ali-Sami-Yen-Stadion, die Milan im letzten Spiel gegen La Coruña gehörig unter Druck setzt. Nur ein Sieg gegen die Galizier bringt das kriselnde Team von Trainer Alberto Zaccheroni eine Runde weiter. Solche Sorgen sind in Istanbul fremd. Bis tief in die Nacht feierten die türkischen Fans den Erfolg ihrer Mannschaft durch Tore von Gheorghe Hagi (20.) und Mario Jardel (86.). Nach dem Gewinn des Uefa-Cups im Vorjahr ist Galatasaray nun auch in der europäischen Meisterklasse zu einer festen Größe geworden.

"Valencia demoliert Arnold Schwarzenegger", titelte die Zeitung "As" in Anspielung auf das nach dem Schauspieler benannte Stadion in Graz. Ayala, Carew, Kily Gonzalez und Diego Alonso (2) brachten den Österreichern mit ihren Toren die zweite Heimniederlage in der Champions League seit 1999 bei. Für "Marca" stand danach fest: "Nicht einmal Schwarzenegger und Stallone zusammen hätten Valencia bremsen können." Für Graz dürfte das Kapitel Champions League für dieses Jahr beendet sein. Lediglich ein Sieg mit drei Toren Differenz bei Manchester United würde die Österreicher doch noch eine Runde weiter bringen. Der Englische Meister verpasste die vorzeitige Qualifikation durch ein 1:1 bei Panathinaikos Athen.

Unangenehme Folgen hat das Debakel für Graz. Dem Sensationsteam dieser Champions League droht eine längere sportliche Durststrecke. In der österreichischen Meisterschaft liegen die Grazer zwölf Runden vor Saisonende elf Punkte hinter Tabellenführer FC Tirol Innsbruck zurück. Die Chancen auf eine Teilnahme an der Champions League im kommenden Jahr sind damit so gut wie verspielt. Denn nur der Meister erhält die Möglichkeit, sich für die Hauptrunde zu qualifizieren.

Das Riazor-Stadion in La Coruña verwandelte sich wieder in eine magische Arena. Mit seinen drei Toren innerhalb von 27 Minuten avancierte der Uruguayer Walter Pandiani gegen Paris zum Helden des Abends für die Galizier, die beim Stande von 0:3 in der 55. Minute schon demoralisiert schienen. "Das ist etwas, was ich einmal meinen Enkeln erzählen kann", sagte Mittelfeldspieler Mauro Silva nach der schier unglaublichen Aufholjagd. Trainer Javier Irureta strich derweil den Siegeswillen seiner Mannschaft heraus: "Nach dem ersten Tor haben wir uns in eine Lawine verwandelt."

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