Champions League : VfB Stuttgart: Die Daueranalysierten

Selten ist ein Fußballklub von außen so umfassend durchanalysiert worden wie der VfB Stuttgart in den vergangenen Wochen. Die neuen Stuttgarter müssen in Sevilla punkten.

Oliver Trust[Stuttgart]
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Der, der hinterherlief. Alexander Hleb (links), hier im Zweikampf mit Sevillas Adriano beim 1:3 im Hinspiel, hatte keinen...Foto: dpa

Obwohl inzwischen alle Bereiche als erkundet gelten, muss die Klubführung vor dem heutigen ChampionsLeague-Spiel beim FC Sevilla (20.45 Uhr, live bei Sat 1 und Sky) weitere Imagearbeit verrichten. Die Botschaft, dass man das 0:0 gegen Bayern München als Schritt aus der Krise sehen kann, und die Neuzugänge Alexander Hleb, Pawel Pogrebnjak und Zdravko Kuzmanovic mehr Bindung zu den Kollegen finden, kommt nicht überall an.

So sehr nervten ihn die Fragen, dass Manager Horst Heldt kürzlich die Contenance verlor. Auf erneute Vorwürfe, das Sturmproblem nach dem Weggang von Mario Gomez falsch beurteilt zu haben, konterte Horst Heldt am Sonntag im DSF: „Ich kann diese gequirlte Scheiße nicht mehr hören, die von Teilen der Öffentlichkeit verbreitet wird.“ Präsident Erwin Staudt kündigte dennoch an, in der Winterpause einen Stürmer verpflichten zu wollen. Dabei war gerade die Integration der Neuzugänge problematisch. Die emotionale Schieflage im Kader ging in den großen Erwartungen unter. Die Neuen mussten sich in einem Team einfinden, das im Kern nicht mehr funktionierte.

Nun soll alles anders werden, ausgerechnet bei den favorisierten Spaniern, die das Hinspiel 3:1 gewannen. Und trotz der Verletzungssorgen des VfB, der auf Sami Khedira, Ricardo Osorio, Ciprian Marica, Christian Träsch und Cacau verzichten muss. Das neue Trio aber wird spielen. Und mehr als Debatten um neue Stürmer und Teamchef Markus Babbel, der vorerst eine Jobgarantie erhielt, würde dem Klub ein gutes Spiel der Neuen helfen. Bei Hleb waren gegen München positive Ansätze zu sehen, nachdem er Trainingsrückstände aufholen musste, verletzt war und unter der Last der Erwartungen zeitweise wie blockiert wirkte. Seit der Systemumstellung spielt der 28-Jährige zentral hinter den Spitzen. Ob Hleb die neue Rolle ausfüllen kann, muss sich wie bei Kuzmanovic zeigen, der zeitweise Qualität aufblitzen lässt. Die größten Probleme schleppt Pogrebnjak herum. Ohne Pause wechselte der blonde Hüne aus der russischen Liga nach Deutschland. Seinen Platz im Team hat er verloren und wirkt von Tag zu Tag verschlossener. Ihm würde ein Erfolgserlebnis ebenso gut tun wie dem VfB Stuttgart.

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