Champions League : Werder Bremen: Entschieden unentschieden

Auch im dritten Spiel der Champions League spielt Bremen remis, bei Panathinaikos erreicht Werder ein glückliches 2:2

Frank Hellmann[Athen]
Champions League - Panathinaikos Athen - Werder Bremen
Der Bremer Per Mertesacker (rechts) hat gegen Giorgos Karagounis von Panathinaikos viel zu tun.Foto: dpa

Wohin der Weg von Werder Bremen in dieser Champions-League-Saison führt, bleibt weiterhin im Verborgenen. Bei Panathinaikos Athen blieb der Vizemeister nach einer ziemlich durchwachsenen Leistung seiner unentschiedenen Linie treu: Das 2:2 (1:1) bedeutete bereits das dritte Remis im dritten Gruppenspiel. Die umstrittene Führung durch Per Mertesacker nach einer halben Stunde münzte der ehemalige Bundesligaspieler Evangelos Mantzios in einen 2:1-Vorsprung um, doch Hugo Almeida rettete mit seinem Kopfballtor nach Flanke des eingewechselten Sebastian Boenisch wenigstens einen Punkt. Im Rückspiel gegen die Griechen am 4. November steht die Elf von Thomas Schaaf trotzdem unter Zugzwang, denn wie sagt der Cheftrainer: „Nur mit Unentschieden kommen wir nicht weiter.“ Und mit eher hausbackenen Darbietungen wie der gestrigen im ausverkauften Olympiastadion von Athen auch nicht.

„Wir können auch nicht so gut verteidigen. Das wird sicher ein sehr interessantes Spiel“, hatte Athens Trainer Henk ten Cate gemutmaßt. Der Niederländer sollte Recht behalten: Die Seinen suchten ihr Heil gleich in der Offensive. Was dem Ersatzmann im Bremer Tor reichlich Beschäftigung verschaffte. Christian Vander, in den nächsten beiden Wochen Stellvertreter des am Oberschenkelmuskel verletzten Tim Wiese, durfte sich bei den Fernschüssen von Giorgos Karagounis auszeichnen. Vander stand in doppeltem Sinne im Fokus: Griechische Wirrköpfe hatten den Tormann schon beim Aufwärmen mit grünem Laserlicht irritiert. Auch während des Spiels war diese Unsitte zu beobachten – erst nach drei Durchsagen des Stadionsprechers konnte Vander ohne Laser-Bestrahlung seinen Dienst verrichten.

Nicht zu erhellen war auf Anhieb, warum das Bremer Vorwärtsspiel völlig brach lag. Diego tauchte wie schon gegen Dortmund am vergangenen Samstag völlig ab, der Rest der Mitspieler produzierte viel zu viele Ballverluste. Aus heiterem Himmel fiel trotzdem die Führung für Werder: Nach einem Freistoß von Mesut Özil nahm Nationalspieler Mertesacker den Ball ziemlich unkonventionell mit dem linken Oberarm an, drosch ihn dann aber gekonnt per Dropkick ins Tor. Zum Entsetzen des Athener Anhangs wertete der englische Schiedsrichter Michael Riley die Aktion des Innenverteidigers aber nicht als unerlaubtes Handspiel.

Wer gedacht hätte, die Bremer würden nun besser in diese Begegnung finden, der wurde enttäuscht. Die Gastgeber erzielten durch einen Kopfball von Mantzios wie selbstverständlich das 1:1. Mertesacker und Naldo hielten viel zu viel Abstand. Beim 2:1 verlor der Finne Petri Pasanen das entscheidende Kopfballduell gegen den 26-Jährigen, der erstaunlicherweise im ersten Halbjahr des Jahres beim Bundesligisten Eintracht Frankfurt kein Bein an den Boden brachte, nun aber nach einer kuriosen Kopfball-Bogenlampe das zweite Mal jubeln durfte, nachdem Özil zuvor akrobatisch auf der Linie mit der Hacke gerettet hatte. Glück hatten die Gäste, dass Dimitris Salpingidis mit einem Fernschuss nur die Lattenunterkante traf – Vander wäre machtlos gewesen. So war der Weg frei für Almeida, der acht Minuten vor Schluss mit seinem Kopfballtreffer den glücklichen Ausgleich für Werder erzielte.

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