Champions League : Werder rettet sich in den Uefa-Cup

Die Bremer gewinnen 2:1 gegen Inter Mailand und klettern am letzten Spieltag der Champions League noch auf Platz drei.

Frank Hellmann[Bremen]
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Bis hierher und nicht weiter. Bremens Clemens Fritz stört Inters Quaresma.Foto: ddp

Warum nicht eher? Werder Bremen hat in der Champions League ein bisschen zu spät den Nachweis von Mut und Leidenschaft angetreten. Gestern langte es zwar zu einem 2:1 (0:0)-Sieg gegen eine erschreckend passive Mannschaft von Inter Mailand, der Achtungserfolg gegen den Italienischen Meister kam zu spät. Immerhin: Weil gleichzeitig Panathinaikos Athen Schützenhilfe leistete, rutschte Anorthosis Famagusta noch auf den letzten Platz – und Werder überwintert immerhin im Uefa-Cup.

Das erste Tor gelang nach einer Stunde Claudio Pizarro (63.), dem ehemaligen Schützling von Jose Mourinho, der inzwischen Inter Mailand trainiert. Seine Mannschaft rutschte nach einer erschreckenden Leistung noch auf Platz zwei der Gruppe ab. Pizarros Sturmkollege Markus Rosenberg erhöhte auf 2:0. Beide Male kam die Vorarbeit von Bremens Bestem: Mesut Özil, mehr als ein Vertreter des gesperrten Diego. Nach dem Anschlusstreffer von Zlatan Ibrahimovic wurde es noch einmal spannend, Werder aber rettete den Vorsprung über die Zeit.

Für Bremer sollte der Erfolg mehr als ein Trostpflaster sein. Zum einen gibt so etwas gewiss Selbstvertrauen für die finale Liga-Aufgabe gegen Wolfsburg, zum anderen ist damit ein Zugewinn von fast drei Millionen Euro verbunden. „Diese internationalen Spiele bringen Sympathie“, erklärt Klubboss Jürgen L. Born, „das ist gut fürs Image.“ Was wiederum Werder gut zu Gesicht steht.

Für die Ansprüche der Bremer bleibt der dritte Gruppenplatz trotzdem viel zu wenig: Das fünfte Jahr in der Champions League war das schwächste; und irgendwie verstärkt sich der Eindruck, dass die früheren Trendsetter mit ihrem forschen Vorwärtsspiel national wie international von innovativeren Konkurrenten rechts und links überholt worden sind.

Die Geschichte des gestrigen Vergleichs ist schnell erzählt: Ohne den gelbgesperrten Diego, der den Bremern nach seinem Würgegriff im Karlsruher Wildpark auch in den nächsten vier Bundesligaspielen fehlen wird, gaben die Bremer von Beginn an den Ton an. Inter begnügte sich mit uninspiriertem Zweckfußball. Werders Feldüberlegenheit mit 61 Prozent Ballbesitz war aber zunächst wenig wert: Außer bei einem Kopfball von Pizarro kam der äußerst unsichere brasilianische Torwart Julio Cesar so gut wie gar nicht in Bedrängnis. Doch nach der Pause erkannte Werder seine Chance: Pizarro hatte auch gleich die beste Chance, als er aus der Drehung vorbei zielte.

Und Mourinhos Mannschaft? Spielte zwar nach der Pause mit dem zuvor geschonten Zlatan Ibrahimovic, war aber keinen Deut zwingender. Man wurde den Eindruck nicht los, als sei dem Gros der Gäste der Ausgang des Spiels irgendwie ziemlich egal gewesen. Die Strafe folgte auf dem Fuße. Auch deshalb, weil Özil genau in dem richtigen Moment als Taktgeber fungierte und vorne Pizarro und Rosenberg Treffsicherheit bewiesen.

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