Champions League : Werder ringt Juventus nieder

Werder Bremen hat nach einem hart erkämpften 3:2 (1:0)-Sieg über Juventus Turin nun doch noch Chancen auf das Champions-League-Viertelfinale.

Bremen - Dank einer Energieleistung kann Werder Bremen doch noch auf die Qualifikation für das Champions-League-Viertelfinale hoffen. Späte Tore von Tim Borowski (87.) und Johan Micoud (90.*2) sicherten den Hanseaten am Mittwochabend nach der besten Saison- Leistung den 3:2 (1:0)-Sieg über das Star-Ensemble von Juventus Turin. Damit reisen die Nordeutschen mit passablen Chancen zum Rückspiel am 7. März in die norditalienische Olympia-Stadt. Vor 38.000 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion brachte Christian Schulz (39.) die Bremer in Führung, die Pavel Nedved (73.) und David Trezeguet (81.) nach der Pause zunächst umdrehten. Dank der späten Treffer verhinderte Werder auch die erste Niederlage im neunten Europapokal-Heimspiel gegen ein italienisches Team.

Werders Hoffnungsträger war vor allem Miroslav Klose, der erstmals seit seinem Sehnenanriss in der Schalter aus dem Pokalspiel vor vier Wochen beim FC St. Pauli wieder mitwirken konnte. Der Nationalspieler bildete mit dem zuletzt von einer Grippe geschwächten Ivan Klasnic wieder den gefürchteten K&K-Sturm, während Nelson Valdez als Joker auf der Bank saß. Und Klose war auch gleich an der ersten starken Aktion der nach 20 Minuten des Abtastens wie aufgedreht aufspielenden Hanseaten beteiligt: Er flankte auf Torsten Frings, der aber am glänzend reagierenden Gianluigi Buffon scheiterte (23.).

Beim folgenden Eckball zeigte Italiens Nationaltorhüter bei Frank Fahrenhorsts Kopfball (24.) erneut seine Klasse. Klose zielte kurz darauf aus 20 Metern am Tor vorbei (26.). Doch so stark die Bremer auch nach vorn agierten, ab und an war ihre «Wackelabwehr», die in der Vorrunde bereits zwölf Gegentreffer zugelassen hatte, doch wieder anfällig. So boten sich dem Star-Ensemble gute Konterchancen, wenn Werders ansonsten sichere Hintermannschaft auf Abseits spielte: Die beste ließ Zlatan Ibrahimovic aus, als er freistehend vor Tim Wiese vorbeischoss (25.). Der Reinke-Vertreter im Tor war in seinem ersten Meisterliga-Spiel auch gegen Patrick Vieira zur Stelle (44.), griff dem Franzosen den Ball vom Fuß und rettete die Führung in die Pause, die Schulz kurz zuvor im Nachsetzen aus dem Gewühl erzielt hatte.

«Das war sensationell, wie die Mannschaft aufgetrumpft und viele Chancen herausgespielt hat», lobte Werder-Manager Klaus Allofs in der Halbzeitpause sein Team, das bis dahin starke 70 Prozent Ballbesitz hatte. Nach Wiederanpfiff schaltete Werder verständlicher Weise einen Gang zurück, während Juve-Coach Fabio Capello mit der Hereinnahme von Alessandro del Piero für den von Fahrenhorst weitgehend beherrschten Ibrahimovic die Offensive verstärkte. Schulz (64.) und Frings (65.) hatten dennoch weitere Einschussmöglichkeiten. Auf der Gegenseite schoss David Trezeguet (66.) erneut nach einem Konter knapp vorbei.

Für den nach starker Leistung ausgepumpten Klose kam nun Valdez. Die Italiener kamen nun immer besser auf. Eine Unachtsamkeit in der Innenverteidigung führte zunächst durch den frei durchgelaufenen Tschechen Nedved zum Ausgleich. Acht Minuten später war dann Trezeguet zur Stelle und brachte die Bremer vermeintlich schon um alle Chancen. Borowski und Micoud lassen Werder aber wieder hoffen. (tso/dpa)

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