Champions League : Werder spielt sich ins Abseits

Werder-Debakel: Nach dem 1:3 gegen Piräus hat der Verein von Trainer Schaaf kaum noch Achtelfinal-Chancen. Die Rückkehr von Nationalspieler Frings half den Bremern nicht weiter.

Michael Rossmann[dpa]
Hugo Almeida
Werder Bremens Hugo Almeida leidet unter der Niederlage. -Foto: AFP

BremenDer Fußball-Gala folgte das Debakel: Nach einer erschreckenden Leistung hat Werder Bremen mit dem 1:3 (1:0) gegen Olympiakos Piräus am Abend ein großes Desaster in der Champions League erlebt und schon nach dem zweiten Spieltag in der Gruppe C die Chancen auf den Einzug in das Achtelfinale so gut wie verspielt. Vier Tage nach dem 8:1 in der Bundesliga gegen Arminia Bielefeld verpassten es die Hansaten, am zweiten Spieltag der europäischen "Königsklasse" den ersten Sieg einzufahren und die 1:2- Auftaktniederlage bei Real Madrid wettzumachen.

Im nächsten Spiel gegen Lazio Rom ist Werder zum Siegen verdammt. Vor 37.500 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion hatte Hugo Almeida (32.) die Bremer gegen den griechischen Rekordmeister in Führung gebracht. Doch Ieroklis Stoltidis (72.), Christos Patsatzoglu (83.) und Darko Kovacevic (87.) schockten die Gastgeber. Für Piräus war es der erste Sieg im 32. Auswärtsspiel in der Champions League. Werders Ersatztorwart Christian Vander hatte keine Schuld an den Gegentoren. Der Vertreter des am Oberschenkel Verletzten Tim Wiese hatte bei seinem Europapokal-Debüt schon zuvor einige Male seine Mannschaft vor Schlimmeren bewahrt.

Frings Rückkehr enttäuscht

Dagegen brachte die Rückkehr von Nationalspieler Torsten Frings nach zehnwöchiger Verletzungspause noch nichts, auch wenn er sofort wieder Chef auf dem Platz war. Außer auf Torwart Wiese musste Trainer Thomas Schaaf erneut auf mehr als ein halbes Dutzend Spieler verzichten. Dafür saß der lange verletzte Tim Borowski zunächst wieder auf der Bank. Auch der angeschlagene Stürmer Boubacar Sanogo nahm als Joker dort Platz. Werder war von Beginn an überlegen, konnte aber nicht so glänzen wie beim Schützenfest gegen Bielefeld. Vielmehr warteten die Bremer geduldig ab gegen die defensiv eingestellten Gäste.

Zudem konnte der brasilianische Spielmacher Diego dem Spiel seiner Mannschaft kaum Impulse geben. Der 35malige griechische Meister setzte vor allem auf Konter und tauchte das ein oder andere Mal vor Vander auf. Doch der Werder-Keeper musste in der ersten Halbzeit nur eine ernsthafte Prüfung bestehen, als er gegen Luciano Galetti (24.) rettete. Die meiste Gefahr bei den Bremern ging von Hugo Almeida aus, der allein vor der Pause dreimal in aussichtsreicher Position scheiterte (6./11./29.). In der 32. Minute macht es der Portugiese besser und staubte nach Vorarbeit von Dusko Tosic und Daniel Jensen aus kurzer Entfernung ab.

Werder agiert passiv

Nach dem Treffer wurde das Spiel der Bremer sicherer. Kurz vor der Pause vergaben Markus Rosenberg (42.) per Kopf und Petri Pasanen (43.) noch einmal gute Möglichkeiten. Nach dem Wechsel kam Piräus stärker auf. Werder ließ dem Team von Trainer Takis Lemonis aus unerfindlichen Gründen zu viel Raum. Almeida (53.) und Rosenberg (65.) hatten noch Chancen, doch danach war Werder mit seinem Latein am Ende. Immer wieder musste Bremens Schlussmann Vander eingreifen. Die Quittung für die Passivität der Gastgeber folgte: Stoltidis (72.), Patsatzoglu (82.) und Kovacevic (87.) machten das Debakel für Werder perfekt. 

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