Champions League : Werder will aus der Krise

Am Mittwoch empfängt Werder Bremen in der Champions League den spanischen Meister FC Barcelona. Das Duell mit den Katalanen ist für die Norddeutschen aus vielerlei Gründen kein normales Spiel.

Bremen - Zum einen haben die Bremer mit dem Titelverteidiger der europäischen "Königsklasse" noch eine Rechnung aus der Vorsaison offen, als man ebenfalls in der Gruppenphase zweimal den Kürzeren zog (0:2 zu Hause, 1:3 in Barcelona).

Zudem stehen die "Grün-Weißen" nach dem 0:2 vor zwei Wochen beim englischen Titelträger FC Chelsea bereits mächtig unter Druck. Bei einer weiteren Niederlage könnte der Traum vom Einzug ins Achtelfinale bereits in weite Ferne rücken. Zwar hatte Werder auch vor einem Jahr deutliche Anlaufschwierigkeiten und kam erst im dritten Spiel zum ersten Punktgewinn, doch diesmal ist die Konkurrenz mit "Barca" und Chelsea deutlich stärker.

Bremer seit fünf Pflichtspielen ohne Sieg

Daneben könnte ein Sieg über die Katalanen dem angeschlagenen Selbstbewusstsein der Bremer einen deutlichen Schub geben. Das Team von Trainer Thomas Schaaf wartet nun bereits seit fünf Pflichtspielen auf einen Sieg. Andererseits könnte unter diesem Aspekt auch schon ein Remis die gleiche Wirkung haben. Nach dem 1:1 im Nordderby beim Hamburger SV jubelte die vereinseigene Homepage am Samstag: "Ein Punkt und ein großer Schritt nach vorn". Wenn schon ein Remis in der Bundesliga eine solche Wirkung hat, dann müsste die Freude über eine Punkteteilung mit "Barca" noch viel größer sein.

Um den Katalanen mit einem gleichwertigen Team begegnen zu können, wären Torjäger Miroslav Klose und Spielmacher Diego wichtige Mosaiksteinchen. Auf beide kann Schaaf aller Voraussicht nach wieder zurückgreifen. "Ich bin schmerzfrei", sagte Klose, der zuletzt zweimal in der Bundesliga mit einer Fußprellung passen musste. Wenn es keine negative Überraschung wie vor der Partie beim HSV gebe, dann gehe er davon aus, dass er spiele.

Gleiches gilt für den Brasilianer Diego, der nach einem bösen Foul von Hamburgs Mehdi Mahdavikia verletzt vom Feld musste. "Ich habe keine großen Schmerzen mehr. Ich fühle mich gut. Es sieht sehr gut aus, dass ich spielen kann", sagte der 21-Jährige. Dagegen muss Schaaf auf Angreifer Hugo Almeida verzichten. Ansonsten plagen den Übungsleiter keine größeren Sorgen, ganz im Gegenteil. Bei Tim Borowski wurde im Nordderby gar ein Aufwärtstrend sichtbar. "Mit diesem Tor ist viel von mir abgefallen. In den letzten Spielen war ich nicht gut, das gebe ich zu", sagte Bremens Torschütze in Hamburg.

Barcelona in Spanien Tabellenführer

Gegen "Barca" dürfte das Toreschießen für alle Bremer aber um einiges schwerer werden. Mut macht zumindest, dass sich der amtierende spanische Meister am Sonntag im Spitzenspiel gegen den FC Valencia vor eigenem Publikum ebenfalls mit einem 1:1 begnügen musste. Aber während die Bremer in der Bundesliga momentan mit mageren sieben Punkten nach fünf Spielen nur im Tabellenmittelfeld zu finden sind, reichte der Elf um Superstar Ronaldinho das Remis, um in der Primera Division mit zehn Punkten aus vier Spielen die Tabellenführung zu übernehmen.

Auch lässt das Duell mit Valencia wenig Aufschluss über die zu erwartende Aufstellung gegen Bremen zu. Trainer Frank Rijkaard gilt als Anhänger der Rotation und besitzt das entsprechende Spielermaterial, um fast jede Position gleichwertig doppelt besetzten zu könne. (tso/ddp)

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